Porträts von Menschen, die wegen ihrer Liebe verfolgt werden

Der Fotograf Robin Hammond reiste um die Welt und traf dabei Menschen, die Diskriminierungen ausgesetzt sind. Entstanden ist die Porträtserie Where love is Illegal.

Porträt aus der Serie „Where love is Illegal", Foto © Robin Hammond

Im Dezember 2013 wurde Buje* von einer Bürgerwehr entführt, weil vermutet wurde, er sei schwul. Die Leute der Bürgerwehr verprügelten ihn und schlugen ihn mit Stromkabeln. Über 40 Tage wurde er im Gefängnis festgehalten. Buje ist einer der Protagonist*innen der Porträtreihe Where love is Illegal. Die Arbeit des Fotografen Robin Hammond macht Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität sichtbar. Mehrere Jahre reiste Hammond durch Länder, in denen queere Menschen verfolgt und bedroht werden. Entstanden sind Hunderte Porträts von Menschen, die – offen oder im Geheimen – ihre Identität täglich neu verteidigen müssen, oft sogar unter Lebensgefahr.

Die Brutalität der Strafen ist schockierend: Geldstrafen, Gefängnis und Folter stehen auf der Agenda der täglichen Unterdrückung. Steven Monjeza Solo und Tiwonge Chimbalanga wurden in Malawi festgenommen und zu 14 Jahren Haft verurteilt – weil sie sich lieben. Nach einem internationalen Protest wurde die Strafe unter der Bedingung erlassen, dass sie keinen weiteren Kontakt miteinander haben. Die malaysische Drag-Performerin Shelah arbeitete als Radiomoderatorin, bis ihre Sendung nach Beschwerden der Zensurbehörde abgesetzt wurde. Die Porträts auf Polaroidfilm erzählen Geschichten, die fassungslos machen. Damit passen sie in eine ambivalente Zeit, in der auf der einen Seite geschlechtliche und sexuelle Vielfalt immer selbstverständlicher werden, auf der anderen Seite aber weltweit Gewalt und Vorurteile gegen die queere Community wieder ansteigen.

Alle Fotos der Serie Where love is Illegal sind in enger Kooperation mit den Protagonist*innen entstanden. Sie erzählen so selbstbestimmt ihre persönliche Geschichte in Wort und Bild und schaffen damit ein sichtbares Dokument der Diskriminierungen, die sie erfahren mussten. Von Juni bis September 2018 ist die Ausstellung Where love is Illegal in Berlin zu sehen. Der Dokumentarfotograf Robin Hammond ist Gründer der Organisation Witness Change, die sich weltweit gegen Menschenrechtsverletzungen einsetzt.

*Name geändert