Aus Foto geschnitten: Klimaaktivistin Vanessa Nakate wirft Medien Rassismus vor

Die Klimaaktivistin äußerte sich dazu in einem zehnminütigen Video.

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Screenshot: Vanessa Nakate | Twitter

Die ugandische Klimaaktivistin Vanessa Nakate wirft den Medien Rassismus vor, nachdem sie aus einem Foto mit anderen prominenten Klimaaktivistinnen rausgeschnitten wurde. Das Bild entstand am Freitag in Davos im Rahmen der 50. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF). Nakate befand sich mit Greta Thunberg, Loukina Tille, Luisa Neubauer und Isabelle Axelsson auf dem Weg zu einer Fridays-for-Future-Demonstration. Zuvor hatte die Gruppe junger Frauen an einer Pressekonferenz teilgenommen.

Die US-Nachrichten- und Presseagentur Associated Press (AP) schnitt Nakate aus einer Version der Aufnahme heraus, die anschließend mehrere Newswebsites zur Bebilderung übernahmen. Weitere Nachrichtenseiten verwendeten eine Aufnahme der gesamten Gruppe, verwechselten Vanessa Nakate aber mit Natasha Mwansa, einer Klimaaktivistin aus Sambia.

Auf Twitter machte die 23-jährige Nakate auf die Umstände aufmerksam. „Warum haben Sie mich von dem Foto entfernt? Ich war Teil der Gruppe“, twitterte sie. Wenig später setzte sie einen weiteren Tweet mit einem mehr als zehnminütigen Videokommentar ab.

„Die Welt ist so grausam.“

In dem Video sagt sie unter Tränen, dass sie nun zum ersten Mal in ihrem Leben „die Definition des Wortes Rassismus“ verstehe. Nakate sagt, dass die Stimmen von Menschen mit schwarzer und brauner Hautfarbe im Diskurs über den Klimawandel missachtet würden – obwohl sie am meisten von den Folgen der steigenden globalen Temperaturen betroffen seien.

„Wir haben das nicht verdient“, sagt Nakate. „Afrika ist der geringste Emittent von Kohlendioxid, aber wir sind am stärksten von der Klimakrise betroffen. Wenn ihr unsere Stimmen auslöscht, ändert das nichts. Wenn ihr unsere Geschichten auslöscht, ändert das nichts.“ Sie beendet das Video mit den Worten: „Ich fühle mich im Moment nicht gut. Die Welt ist so grausam.“

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Gegenüber der US-Nachrichtenseite Buzzfeed sagt Nakate: „Ich habe geweint, weil es so traurig war, nicht nur, weil es rassistisch war, sondern auch wegen der Menschen aus Afrika. Es zeigte, wie wir wertgeschätzt werden. Das hat mir sehr wehgetan. Es ist das Schlimmste, was ich je in meinem Leben erlebt habe.“

AP antwortet, das Foto sei keine böse Absicht gewesen

AP hat das Foto mittlerweile entfernt und versichert in einem Stellungnahme, es habe „keine böse Intention“ dahintergesteckt. David Ake, Director of Photography der Nachrichtenagentur, erklärte Buzzfeed: „Der Fotograf versuchte unter Zeitdruck, schnell ein Foto zu veröffentlichen und schnitt es aus rein kompositorischen Gründen ab, weil er das Gebäude im Hintergrund als störend empfand.“ Später habe der Fotograf zusätzliche Bilder mit unterschiedlichen Zuschnitten hinzugefügt.

Unterstützung erhielt Vanessa Nakate unterdessen auf Twitter. Fans und andere Klimaaktivist*innen starteten einen Dialog über Rassismus bei umweltpolitischen Fragen und über die Notwendigkeit, sich besser auf Klimagerechtigkeit zu konzentrieren.

In einem weiteren Tweet erklärte Vanessa Nakate als Antwort auf die Reaktion eines Users, man solle kein Mitleid mit ihr haben. „Ich bin stärker als je zuvor“, schrieb sie dazu.

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Vanessa Nakate ist seit 2018 Umweltaktivistin. Sie sagt, Greta Thunberg habe sie inspiriert, eine eigene Klimabewegung in Uganda zu gründen und begann im Januar 2019 einen Einzelstreik gegen die Untätigkeit in der Klimakrise.