Norwegen: Rentiere flüchten vor Hitzewelle in Autotunnel

Die Hitzewelle rollt weiter über Europa hinweg. Nicht nur hierzulande ächzt man unter den hochsommerlichen Temperaturen, sondern bis weit in den Polarkreis hinein. Nun warnen die Behörden: Rentiere und Schafe flüchten zur Abkühlung in schattige Autotunnel. Das ist nicht ungefährlich.

Rentiere flüchten vor Hitzewelle in Autotunnel

Auch Rentiere sind von der aktuellen Hitzewelle betroffen. Screenshot: P_Deshayes/Twitter

Ungewöhnlich heiß ist es am Polarkreis – das macht nicht nur der Bevölkerung zu schaffen. Zum Schutz vor der Sonne suchen derzeit Rentiere und Schafe Abkühlung in den zahlreichen Autotunneln des dünn besiedelten Norden Norwegens. Nun warnt die Straßenmeisterei die Bevölkerung.

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Da der Verkehr in diesem Teil des Landes nicht so stark ist, wagen sich die Tiere in die schattigen Röhren und riskieren dort von vereinzelten Fahrzeugen überfahren zu werden. Kjell Vinje vom norwegischen Wegeamt mahnte Autofahrer*innen im staatlichen Rundfunk NRK zur Wachsamkeit. Gerade an den Tunnel Ein,- und Ausgängen, legen sich die Tiere an den Seitenplanken auf den Boden. Das kam zwar auch schon in der Vergangenheit vor, „aber in diesem Sommer ist es extrem“.

Behörden warnen

Seit Beginn des Hitzesommers Anfang Juli zählten die Behörden bereits 44 angefahrene Rentiere und Schafe. Anita Øvregård, Chefin einer Spezialeinheit der norwegischen Polizei, weist Autofahrer*innen darauf hin, dass sie verpflichtet sind, Weidetieren und Wildtieren, die verletzt oder in Gefahr sind, zu helfen. Der norwegische Wetterdienst registrierte etwa in der arktischen Region Finnmark, die besonders für ihre großen Rentiervorkommen bekannt ist, vergangene Woche eine für diese Region rekordverdächtige Temperatur von 31,5 Grad Celsius.

Für das Wochenende erhoffen sich die Behörden eine Entspannung der Lage. Aktuellen Voraussagen zufolge sollen die Temperaturen am arktischen Zirkel dann wieder auf einen Normalwert fallen.