Rihanna wirft Snapchat vor, häusliche Gewalt zu verharmlosen

Die Musikerin Rihanna kritisiert Snapchat scharf und ruft Fans zum Boykott der App auf. Das Unternehmen hatte eine sehr fragwürdige Werbeanzeige auf der Plattform gestattet.

„Ihr habt Geld ausgegeben, um etwas designen zu lassen, das vorsätzlich Opfern von häuslicher Gewalt Schande bereitet, um dann einen Witz daraus zu machen! Schämt euch!“ © Dimitrios Kambouris/Getty Images

In einer Anzeige, die für ein Handy-Spiel namens „Would You Rather!“ wirbt, sind Rihanna und ihr Exfreund Chris Brown abgebildet. Neben ihren Abbildungen steht in großen Lettern: „Würdest du eher Rihanna schlagen, oder Chris Brown boxen?“

Rihanna kritisiert das Unternehmen scharf

In einer Instagram-Story verurteilt die 30-jährige Sängerin die Aktion der Social-Media-App scharf: „Ihr habt Geld ausgegeben, um etwas designen zu lassen, das vorsätzlich Opfern von häuslicher Gewalt Schande bereitet, um dann einen Witz daraus zu machen. Schämt euch.“ Auf Twitter rief sie die dazu auf, Snapchat zu löschen, wie Spiegel Online schreibt.

In den sozialen Medien fühlen sich viele Menschen an 2009 zurück erinnert, als Chris Brown seine damalige Freundin Rihanna gewaltsam angriff, würgte, biss, schlug und drohte, sie zu töten. Rihanna musste im Krankenhaus behandelt werden. Chris Brown wurde dafür zu fünf Jahren auf Bewährung verurteilt. Auch er reagierte auf die Werbung. Sein Anwalt sagte dem Portal E! Online in einem Statement: „Wer das bei Snapchat gepostet hat, sollte geschlagen werden.“

Snapchat rudert zurück

Snapchat entschuldigte sich und entfernte die Anzeige von ihrer Plattform. Nach Angaben der Firma sei die Anzeige irrtümlich veröffentlicht worden und verstoße gegen die Werberichtlinien. Rihanna interpretiert die Aktion aber nicht als Versehen und wirft Snapchat indirekt Vorsatz vor:

Ich würde es gerne Unwissenheit nennen, aber ich weiß, dass ihr nicht so dumm seid.“

Die Kritik der Sängerin bekam das Unternehmen bereits zu spüren: der Aktienkurz von Snapchat fiel am Donnerstag um 4,7 Prozent.