Rom, Venedig oder Barcelona: Auf diese Verbote solltet ihr im Urlaub achten

Der Stadtrat in Rom hat das Sitzen auf der berühmten Spanischen Treppe verboten. Auch in anderen Städten gibt es Regelungen, um mit dem Massentourismus umzugehen.

Rom verbietet Sitzen auf Spanischer Treppe

Am Montag in Rom: Auch diese posende Touristin wird vom Sicherheitspersonal nicht übersehen. Das Sitzen auf der Spanischen Treppe ist ab sofort verboten. Foto: Filippo Monteforte / AFP / Getty Images

„Stehen bleiben!“ Dies werden Tourist*innen, die die berühmte Spanische Treppe im historischen Zentrum Roms besuchen, in Zukunft wohl öfter hören. Denn das Sitzen auf einer der insgesamt 136 Stufen ist nun verboten. Seit Dienstag führen Polizist*innen Kontrollen vor Ort durch, wie die italienische Nachrichtenagentur Adnkronos berichtet. Sie vertreiben Besuchende mit Trillerpfeifen und verhängen sogar Strafgelder: Bis zu 400 Euro kann ein Regelverstoß kosten. Der Stadtrat hatte bereits im Juni beschlossen, das Sitzen auf historischen Denkmälern zu verbieten.

Kaugummis, Kaffee- und Rotweinflecken

Gianni Battistoni, Präsident der Interessengemeinschaft der Via Condotti – die berühmte Einkaufsstraße, zu der die Spanische Treppe im Westen führt – sagte gegenüber Adnkronos: „Die Treppe ist ein künstlerisches Meisterwerk, und man sitzt nicht auf Meisterwerken. Es ist nicht möglich, ihre Schönheit zu genießen, wenn sich dort ständig Menschen aufhalten.“ Das Sitzverbot diene auch dazu, Menschen davon abzuhalten, dort zu essen und zu trinken.

Spanische Treppe in Rom
So wie im Mai dieses Jahres soll es in Zukunft auf der Spanischen Treppe nicht mehr aussehen. Foto: Vincenzo Pinto / AFP / Getty Images 

Tatsächlich war die Freitreppe, die im Jahre 1725 fertig gestellt wurde, erst im Jahr 2016 für 1,5 Millionen Euro aufwendig renoviert worden. Sie war nicht nur durch Luftverschmutzung, sondern auch durch Kaffee- und Rotweinflecken sowie Kaugummis, die auf den Stufen klebten, stark beschädigt worden.

Jedes Jahr besuchen mehr als 10 Millionen Menschen die italienische Hauptstadt. Sie ist allerdings nicht die einzige europäische Metropole, die mit den Folgen des Massentourismus zu kämpfen hat und mit Verboten antwortet.

Auf diese Regelungen solltet ihr achten, wenn ihr im Urlaub in Venedig oder Barcelona keine bösen Überraschungen erleben wollt:

No-Gos in Venedig: sitzen, Kaffee kochen und Tauben füttern

Die italienische Inselstadt gleicht mit ihren historischen Bauten und Gassen einem Freiluft-Museum. Dementsprechend gibt es strenge Regeln, die dringend zu beachten sind. Andernfalls könnte es euch ergehen wie zwei deutschen Backpacker*innen, die bei ihrem Städtetrip auf eine zugegeben ungewöhnliche Idee kamen: Im Juli dieses Jahres machten die beiden an der Rialto-Brücke halt, einem der bekanntesten Bauwerke der Stadt, und packten am Fuß der Brücke ihren Kaffeekocher aus. Nachdem sich Umherstehende beschwert hatten, wurden die 32 und 35 Jahre alten Berliner*innen von der Polizei aufgefordert, 950 Euro Strafe zu zahlen und die Stadt sogar zu verlassen. Das Essen und Trinken außerhalb von Rastplätzen und Restaurants ist in Venedig verboten. Das Liegenlassen von Abfällen wird streng bestraft.

Auch in Venedig wurde ein Sitz-Verbot auf Treppenstufen und auf dem Boden eingeführt. Dieses gilt für den Markusplatz und im Bereich der Säulengänge und Stufen der Prokuratien. Das Taubenfüttern ist auf dem Markusplatz ebenso verboten und kann mit einem Strafgeld von bis zu 200 Euro geahndet werden.

Barcelona: Lass das Bier zuhause und das T-Shirt an

Barcelona soll nicht zum Ballermann werden. Das hat die Stadtverwaltung bereits 2011 einen Bußgeldkatalog verabschiedet. Dazu gehört etwa der öffentliche Konsum von Alkohol, der in der katalanischen Metropole mit bis zu 1.500 Euro bestraft werden kann, wie auch das Urinieren auf öffentlichen Plätzen. Ähnlich teuer kann es für Menschen werden, die nicht ausschließlich in den dafür vorgesehenen Bereichen Fahrrad und Skateboard fahren. Das Strafgeld für eine Übernachtung am Strand ist dafür vergleichsweise günstig: 500 Euro.

Unerwünscht ist auch das nackte oder halbnackte, also mit freiem Oberkörper oder nur mit Badehose, Flanieren durch die Straßen von Barcelona. Wenn ihr euer Urlaubstaschengeld für etwas anderes als eine Strafe von 300 bis 500 Euro ausgeben wollt, solltet ihr Unter- und Oberteil tragen, und zwar gleichzeitig.

Palma de Mallorca: Die wilden Jahre sind vorbei

Apropos Ballermann: Seit dem 1. April gelten Regelungen auf der Lieblingsinsel deutscher Tourist*innen, die den Folgen massenhafter Saufgelagen Einhalt gebieten sollen, unter denen die Einheimischen seit Jahrzehnten leiden. Auch hier wurde der Alkoholkonsum in der Hauptsaison von April bis September an öffentlichen Plätzen teilweise verboten. Die Regelung gilt für die Playa de Palma, wo sich besonders viele Bars und Clubs befinden, sowie für den Hafen und die Innenstadt von Palma. Im sogenannten Holländischen Viertel ist außerdem zwischen fünf und acht Uhr morgens das Essen untersagt. Wer sich nicht an die Regelungen hält, muss mit Bußgeldern von bis zu 3.000 Euro rechnen.

Lieber kein Schloss aus Sand – zumindest auf Sylt

Doch auch in Deutschland wird dem Vergnügen von Urlauber*innen Grenzen gesetzt: In Sylt ist es etwa verboten, am Strand große Sandburgen zu bauen oder Löcher zu buddeln. Dabei geht es nicht nur darum, Badende vor Stolperfallen zu schützen, sondern auch, die Flächen nicht aufwendig wieder aufspülen zu müssen, um sie zu ebnen. Ebenfalls verboten: am Strand übernachten, laut Musik hören sowie das Füttern von Möwen.

Wer sich nicht daran hält, könnte Bußgelder von bis zu 1.000 Euro zahlen. Im schlimmsten Falle droht ein Strandverbot.

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