Ruhepause kostet 83-Jährigen 35 Euro Bußgeld

Weil er sich kurz ausruhen wollte, wird ein dementer Senior nun zur Kasse gebeten.

Eine teure Ruhepause? © Huy Phan / Unsplash.com

Im Internet kursiert zurzeit ein Schreiben des Ordnungsamts der nordrhein-westfalischen Landeshauptstadt Düsseldorf, das für Entsetzen und Empörung sorgt. Das Schreiben gilt einem 83-jährigen Rentner: Der Mann, der laut Informationen der Rheinischen Post herzkrank und dement sei, war mit seiner Hündin unterwegs und wollte sich am 14. November 2017 eine kleine Verschnaufpause gönnen und setzte sich daher für kurze acht Minuten auf eine Bank der Bushaltestelle Friedrich-Ebert-Platz am Düsseldorfer Hauptbahnhof – die Ruhepause soll er jetzt bezahlen.

„Sie benutzen die Anlage des ÖPNV an der vorgenannten Örtlichkeit nicht ihrer Zweckbestimmung entsprechend und nutzen diese als Ruheplatz. Die Anlagen des ÖPNV einschließlich der U-Bahnanlagen und damit verbundene Fußgängerunterführungen dürfen nur im Rahmen ihrer Bestimmung für öffentliche Verkehrszwecke benutzt werden“, heißt es in der schriftlichen Verwarnung, die momentan viral diskutiert wird. Für dieses Vergehen solle der Rentner nun 35 Euro Strafe zahlen.

Bußgelder durchaus üblich

Ein Mann, der sich laut eigener Aussage um den älteren Herren und seine Frau in sozialen Angelegenheiten kümmere, postete das Schreiben am vergangenen Freitag auf Facebook und brachte seine Empörung darüber zum Ausdruck. Mittlerweile hat er das Posting wieder gelöscht. Das Netz reagiert entrüstet:

Zwar wurde die Echtheit des Schreibens noch nicht abschließend bestätigt, doch eine Sprecherin der Stadt Düsseldorf erläuterte gegenüber der Rheinischen Post, dass Kontrollen in der Gegend mit entsprechenden Bußgeldern durchaus üblich seien. Gleichzeitig merkt sie auch an, dass eine einfache Gegenaussage genüge, um das Schreiben zu entkräften: „Das muss nichts Großes sein. Wenn der Mann einfach eine Pause benötigte, dann war das selbstverständlich in Ordnung.“

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