Sardinen gegen Salvini: Warum Tausende Menschen in Italien protestieren

In Italien gehen Anhänger*innen der Sardinen gegen Salvini und die Lega Nord auf die Straße. Sie wollen dem Rechtspopulismus Einhalt gebieten.

Sardinen Lega Italien Salvini Portest Florenz Rom Rechtsextremismus
"Firenze non si lega", "Florenz fesselt sich nicht", steht auf ihren Plakaten. In ganz Italien gehen Menschen gegen Salvini und die rechtsradikale Lega-Partei auf die Straße. Foto: Filippo Monteforte / AFP via Getty Images

Was war am Samstag in Rom los?

Am Samstag versammelten sich laut Angaben der Veranstalter*innen 100.000 Menschen in Rom auf der Piazza di San Giovanni. Sie trugen Plakate mit bunten Fischen und Sprüchen wie „Lieber in Öl eingelegt als hereingelegt“ oder „Sardinen gegen Faschismus und Intoleranz“ und sangen gemeinsam das Partisanenlied Bella Ciao. Insgesamt gab es in zehn italienischen und 23 internationalen Städten Demonstrationen. So sah das aus:

Warum gehen die Sardinen auf die Straße?

Die Demonstrationen richteten sich vor allem gegen Senatsmitglied und Ex-Innenminister Matteo Salvini sowie seine Partei, die Lega Nord. Die rechte Partei ist für ihren Populismus und ihre Abschottungspolitik gegen Seenotrettung bekannt. Darüber hinaus wollen die Anhänger*innen der Sardinen ein Zeichen gegen Intoleranz, Rechtsextremismus und nationalistisches Gedankengut setzen.

Woher kommt die Bewegung und warum nennen sich die Demonstrierenden Sardinen?

Die Sardinen-Bewegung entstand bei einer spontanen Protestaktion am 14. November 2019. Als bekannt wurde, dass sich Salvini zu einer Wahlkampfkundgebung in Bologna einfinden würde, riefen vier Freund*innen zu einer Gegenveranstaltung auf. Sie wollten mehr Menschen versammeln als der rechte Politiker, der vor 6.000 Menschen sprechen sollte. Kurzerhand gründete einer der Freund*innen, Mattia Santori, die Facebook-Gruppe 6000 Sardine. Ihr Ziel war es, so viele Menschen auf dem Marktplatz der Stadt zu versammeln, dass sie so gedrängt stehen müssten – wie Sardinen in einer Dose. Am Ende versammelten sich 15.000 Menschen und der Name Sardinen etablierte sich für die Bewegung.

Was ist das Besondere an den Protesten der Sardinen?

Von Anfang an ist es eine Auflage der Demonstrationen, dass diese gewaltfrei ablaufen. Außerdem sind Parteisymbole, -flaggen und beleidigende Sprechchöre verboten.

Wie reagiert Salvini auf die Sardinen-Proteste?

Salvini reagierte mit einem Tweet auf die Proteste. Er postete ein Bild eines Katzenbabys, das eine Sardini zerkaut, und schrieb dazu #gattiniconsalvini, Kätzchen für Salvini.

Die Kommentarfunktion ist ausschließlich unseren Leser*innen von ze.tt gr.een vorbehalten.

Noch keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Dein Kommentar ist nur für andere Abonnenten sichtbar. Du erscheinst mit deinem bei Steady hinterlegten Namen und Profilbild. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Es kann ein paar Minuten dauern, bis dein Kommentar erscheint.