Scarlett Johansson will einen Trans*mann spielen und reagiert nur knapp auf Kritik

Das kommt nicht bei allen gut an.

Scarlett Johansson steht beim Women's March Los Angeles 2018 auf der Bühne.

Scarlett Johansson beim Women's March Los Angeles 2018 Foto: © Emma McIntyre/Getty Images

In Rub & Tug soll Scarlett Johansson den Trans*mann Dante „Tex“ Gill spielen. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte: Gill galt als Gangsterboss von Pittsburgh in den 1970er Jahren. Er betrieb als Massagesalons getarnte Bordelle und dealte Steroide an das Footballteam Pittsburgh Steelers.

Nachdem die Rollenvergabe an Johansson offiziell bekannt wurde, hagelte es vor allem auf Twitter viel Kritik. User*innen fragten sich, warum nicht eine Trans*person Dante Gill spielen könne. Sie warfen Johansson vor, Trans*frauen und Trans*männern die Chance auf die Rolle zu nehmen.

Auch April Reign, die Erfinderin des Hashtags #OscarSoWhite, kritisierte Johansson auf Twitter: Johansson habe das Geld nicht nötig, immerhin sei sie Teil des Marvel Cinematic Universe und werde mit Black Widow bald einen eigenen Film bekommen. „Sie ist eine etablierte Schauspielerin, also braucht sie das gesteigerte Ansehen nicht.“ Reign verstehe also nicht, warum sie den Job angenommen hat.

Scarlett Johansson reagierte kurz und knapp auf die Kritik, wie das Onlinemagazin Bustle berichtet: Man solle doch bei Jeffrey Tambor, Jared Leto und Felicity Huffman für einen Kommentar nachhaken.

Die drei Schauspieler*innen haben ebenfalls Trans*menschen im Film gespielt und sind dafür mit Preisen ausgezeichnet worden. Jeffrey Tambor erhielt für seine Rolle in Transparent einen Golden Globe und einen Emmy Award. Jared Leto bekam einen Oscar in der Kategorie Bester Nebendarsteller für den 2014 erschienenen Film Dallas Buyers Club. Und Felicity Huffman war mit ihrer Rolle in Transamerica für einen Oscar nominiert und gewann einen Golden Globe sowie eine Auszeichnung des National Board of Review.

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Scarlett Johansson steht nicht zum ersten Mal für die Wahl einer Rolle in der Kritik. Bereits in dem 2017 erschienenen Film Ghost in the Shell, einer Adaption des gleichnamigen japanischen Anime-Klassikers, bei dem ebenfalls Rupert Sanders Regie führte, wurde sie dafür kritisiert, die Figur einer Asiatin zu spielen. Damals warfen Kritiker*innen ihr whitewashing vor. Es gab sogar eine Petition, in der Ghost-in-the-Shell-Fans forderten, ihre Rolle mit einer Japanerin neu zu besetzen.