Schrottgrenze, Ilgen-Nur, SHI, Abramowicz: So klingt der Sommer in Hamburg

Beiß in ein Franzbrötchen, schau auf Krähne, dreh unsere Hamburg-Playlist laut und lass den Hansestadt-Vibe in dein Herz.

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Das geht in Hamburg am besten: Franzbrötchen kaufen, Krähne gucken, gute Musik genießen. Foto: nanihta / Photocase

Dann und wann hängen Hamburger*innen in Schanzen-Bars ab und fangen über einem schalen Astra an, die kulturelle Flaute in ihrer Stadt zu bemängeln. „Ach, Hamburg“, stöhnen sie, „in Berlin geht viel mehr.“ Stimmt ja auch, teilweise. Mit dem Gorki, der Schaubühne und der Volksbühne kann das Thalia nicht mithalten; gegen Berghain, Sysiphos und Kater sieht die Hamburger Clubszene trotz Uebel & Gefährlich und Goldener Pudel traurig aus.

Doch musikalisch ist die Hansestadt gar nicht so provinziell, wie manche ihrer Bewohner*innen es wahrnehmen. Die Elbstadt gibt von Elektropop bis Hip-Hop ausreichend Künstler*innen her, mit deren Tracks sich eine hübsche Playlist füllen lässt. Aktuell geht mit Neuveröffentlichungen von Schrottgrenze, SHI, Ilgen-Nur oder Stella Sommer und Sophia Kennedy sogar eine ganze Menge im 20-Postleitzahlbereich.

Nach unseren Playlists mit Songs aus und über Wien, München, Köln, Leipzig und Stuttgart könnt ihr euch jetzt den Hamburg-Sound in den Gehörgang holen.

SHI: Elektropop für dunkle Nächte

2016 veröffentlichte das Duo aus Hamburg (und okay, zugegeben, auch aus Berlin) ihre erste EP. Danach kleckerten nur mäßig neue Elektropop-Songs in den Äther, bis Ada und Gordian Anfang 2019 endlich ins Studio gingen und ihr Debütalbum komplettierten. Bodylotion heißt das Werk, klingt düster, voll und großartig und sollte ab zwei in jedem Club laufen.

Schrottgrenze: Mit Drag gegen den Konservatismus

Mit der 2017er Platte Glitzer auf Beton hat Schrottgrenze einen bedeutenden Wandel vollzogen: Sänger und Songwriter Alex Tsitsigias hatte ein spätes Coming-out und sagte dem Konservatismus den Kampf an. Noch deutlicher wird der neue inhaltliche Ansatz in der ersten Single ihres neuen Albums Somewhere in Between: Tsitsigias schlüpft in die Dragqueenrolle der Saskia Lavaux. Jetzt sind nicht nur die Texte, sondern auch der Körper des Indierock-Sängers politisch.

Ilgen-Nur: Lebe lieber Lo-Fi

Ilgen-Nur Borali macht wunderbaren Lo-Fi-Indie. Nach ihrer EP-Veröffentlichung im Sommer 2017 kommt endlich ein ganzes Album raus: Power Nap erscheint am 30. August. Inhaltlich drehen sich die Songs der Mittzwanzigerin ums Aufwachsen in der wirren modernen Welt sowie das Queer- und Feministinsein.

Stella Sommer und Sophia Kennedy: Ein Leben nach der Heiterkeit

Stella Sommer ist die Frontfrau der Hamburger Band Die Heiterkeit, Sophia Kennedy ist Teil des Duos Shari Vari. Für den melancholischen Popsong Man weiß es nicht genau haben die Sängerinnen diesen Sommer erstmals gemeinsame Sache gemacht. Strophen-Kostprobe: „Ich schaue aus dem Fenster / Und ein Vogel schaut zurück / Vielleicht ist er wie ich / Vielleicht aber auch nicht“. Super.

Eunique: Die Rapperin aus 4 Blocks

4 Blocks-Gucker*innen kennen Eunique aus der zweiten Staffel: Sie spielt Isha, den Schwarm von Maruf. Als Rapperin ist sie schon seit 2015 ein Begriff, wurde von Fler promotet und veröffentlichte Ende 2018 ihr Debütalbum Gift.

Abramowicz:

Wenn dir die Musikauswahl bisher nicht rockig genug war, hör dir Abramowicz an. Die fünf Herren spielen Indierock der poppigen Sorte. The Modern Times ist der Titel des im April erschienenen Debüts, das du am besten beim Um-die-Außenalster-Radeln ganz laut hörst.


Noch mehr Musik aus Hamburg oder von Hamburger*innen findet ihr in unserer Playlist auf Spotify.

Du hast ein Lied, das unbedingt auf diese Playlist muss? Dann schick mir gerne eine E-Mail.

(Songs, die während des Schlagermoves oder der Harley Days gespielt werden, werden es niemals auf diese Playlist schaffen.)