Schwarze Katzen und Fliegenpilze: Bei diesen Dingen seid ihr abergläubisch

Gibt es so etwas wie Karma? Für einige Menschen schon. Wir haben euch gefragt, an welche Glück und Unglück bringenden Kräfte ihr glaubt.

Unsere Autorin hatte als Kind panische Angst, ihre Schwester mit einem Fliegenpilz vergiftet zu haben. Heute weiß sie: Das war Karma. Quelle: Unsplash | CC0

An einen Tag in meiner Kindheit kann ich mich bis heute erinnern. Hochsommer, im Garten stand ein großer Fliegenpilz. Ich war um die sechs Jahre alt und wusste, dass ich diesen Pilz nicht berühren durfte. Auf gar keinen Fall. Meine Mutter hatte es mir verboten. Schließlich sind Fliegenpilze giftig. Doch der Fliegenpilz glänzte so schön. Eines Tages, als gerade niemand zuschaute, berührte ich den Pilz endlich. Mit dem Zeigefinger. Nur für wenige Sekunden. Es fühlte sich großartig an.

Nach der Freude, die mich überkam, fühlte ich ein komisches Ziehen in meinem Magen. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, lief ins Badezimmer und wusch mir meine Hände. Meine kindliche Logik sagte mir, dass heute ohnehin schon alles zu spät sei. Salopp ausgedrückt: Mein Karma war im Arsch. Diese Chance wollte ich nutzen. Darum schlich ich in das Zimmer meiner großen Schwester. Sie war nicht zu Hause. Ich wusste natürlich, dass auch das verboten war. Nichtsdestotrotz durchwühlte ich ihre Schubladen.

[Außerdem auf ze.tt: Es ist Freitag der 13. und heute passieren schreckliche Dinge. Nicht.]

Abends lag ich im Bett und der Gedanke verfolgte mich, dass meine Schwester nun wegen mir und dem Pilz sterben würde. Sie könnte ja etwas berühren, das ich in der Hand hatte. Ich machte in dieser Nacht kein Auge zu und rannte in den Morgenstunden in das Zimmer meiner Schwester – wo ich voller Erleichterung feststellte, dass sie in ihrem Bett lag und atmete. Der Pilz hatte sie nicht getötet. Mich auch nicht. Noch mal Glück gehabt, dachte ich. An diesem Tag erkannte ich, dass ich an so etwas wie Karma glaube. Tust du etwas Schlechtes, kommt es zurück. Und sei es in Form von Schuldgefühlen, die dich zerfleischen. Ich fasse seither keinen Fliegenpilz mehr an.

Wir haben ze.tt-Leser*innen gefragt, bei welchen Dingen sie abergläubisch werden. Offensichtlich bin ich nicht allein.

Heute ist Freitag der 13. "Uaaaahhhh!" oder "Egal"? Erzählt es uns anonym: https://tellonym.me/zett

Gepostet von ze.tt am Freitag, 13. April 2018

„Immer, wenn mir eine Wimper ausfällt, wünsche ich mir eine bestimmte Sache. Ich würde sie nie verraten, denn sonst wird sie nicht wahr.“

„Bei Sternzeichen. Früher habe ich nicht daran gelaubt, bis ich erkannt habe, dass alle meine Expartner und Affären im Sternzeichen Krebs waren.“

Wenn Dinge unverhofft passieren, frage ich mich schon manchmal: Schicksal?“

„Ich konnte noch nie über Krankheiten lügen, um zum Beispiel in der Schule einen freien Tag zu bekommen. Ich hatte immer Angst, dass ich dann wirklich krank werde. Ein Klassenkamerad in der Oberstufe hat sich mal eine Freistellung ergaunert, indem er erzählte, seine Oma wäre gestorben. Das wäre für mich undenkbar.“

„Ich war es immer beim Fußballschauen beziehungsweise im Stadion. Inzwischen hat sich das eher in Misstrauen gegenüber Verbänden und Funktionären verwandelt.“

„Bei schwarzen Katzen denk ich schon kurz nach …“

„Ich glaube an Karma.“

„Wenn man so was sagt wie ,Mir ist noch nie …‘, zum Beispiel das Handy ins Klo gefallen oder etwas anderes Unangenehmes, dann passiert es auch. Da hilft nur dreimal auf Holz klopfen, damit es nicht eintritt.“

„Ich bin abergläubisch. Wenn ich Salz verschütte und nicht direkt eine Prise über meine linke Schulter werfe, bringt das Unglück.“

„An das Unheil von schwarzen Katzen glaube ich nicht, das geht dann doch zu weit. Ich glaube aber generell an Zeichen, denn Zufälle gibt es nicht, genauso wenig wie Déjà-vus. Alles passiert aus einem gewissen Grund und man sollte sich dem reißerischen Sturm – aka dem Leben – einfach hingeben. Gläserrücken und Tarotkarten finde ich auch cool.“