Sechs Tipps für Sex zu dritt

Sex zu dritt ist wie ein Porno zum Mitmachen, findet unsere Autorin. Und hat Tipps für den perfekten Dreier.

Sex zu dritt ist wie ein Porno zum Mitmachen. Foto: Scott Webb / Unsplash | CC0

Meine erotische Lieblingsfantasie handelt von zwei Männern. Heute fällt es mir leicht, das zu erzählen, aber jahrelang schwieg ich darüber. Ich brauchte eine lange, stabile Beziehung, den gemeinsamen Wunsch nach sexuellen Experimenten und einen langen Abend mit viel Wein, um endlich damit rauszurücken.

„Nee du, ist nicht so mein Ding – aber wie wär’s, wenn du dir zwei nette Jungs dafür suchst?“ Dass mein Freund nicht auf Dreier steht, habe ich geahnt. Aber niemals, dass er mein Bedürfnis so ernst nehmen und mir bereitwillig grünes Licht zum Alleingang geben würde.

Über eine Dating-Seite finde ich zwei erfahrene und eingespielte Freunde, die mich in dieses neue Spiel einführen wollen. Und meine Erwartungen werden übertroffen. Schließlich ist alles doppelt vorhanden: vier abwechselnd streichelnde und zupackende Hände, zwei küssende Münder und doppelte Lust. Über die beste Stellung, einen stimmigen Ablauf oder wer wann mit wem kommt, darüber mache ich mir gar keine Gedanken. Ich lasse mich führen und genieße die doppelte Aufmerksamkeit.

Für diesen Text treffe ich meinen Dreier-Komplizen Sascha ausnahmsweise zu zweit und nur zum Reden. Mich interessiert, wie er unsere Dreier erlebt hat und welchen Rat er Neulingen gibt. Die Regie abgeben, das Denken ausschalten – die passive Rolle annehmen und mich führen lassen, das genieße ich beim Dreier mit zwei Männern am meisten. Auch Sascha fällt das als erstes zum Dreier ein: zu zweit eine Frau richtig rannehmen bis sie erschöpft in die Laken fällt, das findet er geil. Wer bei euch den Ton angibt, liegt aber natürlich ganz bei euch und euren Vorlieben. Im Idealfall ergänzt ihr drei euch so gut, dass alles wie von selbst läuft.

Erweiterung des Sex-Speiseplans

Ein*e neue*r Mitspieler*in bringt frische Ideen, Stellungen oder ein anderes Tempo mit. Sascha hat sich dabei schon einiges von anderen Männern abgeschaut und ist überzeugt, dadurch ein besserer Liebhaber geworden zu sein. Da kann ich ihm jedenfalls nicht widersprechen. Der*die Dritte im Bunde kann auch eine Bereicherung für die Beziehung sein. Messt euren Sex als Paar aber nicht mit dem Dreier oder seht ihn gar als Konkurrenz dazu. Ein Dreier ist wie eine Erweiterung des Speiseplans oder eine neue Farbe im Tuschkasten. Man kann gut ohne sie leben, aber Abwechslung macht Spaß!

Wie weit ihr gleichzeitig aktiv werdet, ist euch überlassen – angefangen damit, dass eine*r nur zusieht bis hin zum Sandwich. Doppelpenetration? Für mich früher ungefähr so unvorstellbar wie auf einem Einrad mit fünf Bällen zu jonglieren – rückwärts fahrend. Sascha hat mich behutsam an diese intensive Form der Lust herangeführt. Ob eine Frau schon Erfahrung hat oder noch Neuling ist, ist ihm gleich – beides macht auf unterschiedliche Art Spaß, findet Sascha.

Der Dreier ist ein Fest für die Sinne. Sehen, hören, fühlen, schmecken – alles doppelt so intensiv wie sonst. Sex zu dritt ist wie ein Porno zum Mitmachen, meint Sascha. Ihn erregt es total, seiner Freundin beim Sex zuzusehen. Den anderen Mann sieht er in dem Moment nicht als Konkurrenten. Stattdessen freut er sich an ihrer Erregung und ist auch ein bißchen stolz, sie teilen zu dürfen.

Sex zu dritt ist wie ein Porno zum Mitmachen.“

Hast du selbst Lust auf einen Dreier bekommen? Damit es für alle ein unvergessliches Erlebnis wird, kannst du ein paar Punkte beachten:

1. Aufgabenverteilung: Wer macht was und darf ich das?

Paare sollten vorher klären: Ist Küssen erlaubt? Ist Oralsex erlaubt? Ist Penetration erlaubt? Wer darf als erstes in die Frau eindringen? Darf der Gast in ihr oder auf ihren Körper kommen? Haben die Männer Interesse aneinander? Stellt euch darauf ein, dass die Grenzen sich währenddessen verändern können. Haltet Kontakt – und sagt auch ehrlich, wenn ihr eine Pause braucht oder abbrechen möchtet. Manchmal reicht es, das Tempo für eine Kuschelrunde zu reduzieren, um dann mit frischer Lust und Neugier weiterzumachen. Dass niemand zu etwas überredet werden sollte, versteht sich von selbst.

2. Spon­ta­ne­i­tät oder Planung?

Mit einer Barbekanntschaft im Bett landen, oder sich erst näher kennenlernen und dann die Vorfreude auf den Dreier auskosten? Beide Varianten haben Vorteile. Hör auf deinen Bauch, was sich für dich richtig anfühlt. Den Zauber des Moments nutzen, um Mut für neue Abenteuer zu fassen, mag für manchen hilfreich sein. Aber Zeit in die Suche nach einem geeigneten und erfahrenen Mitspieler zu investieren, kann sich auch lohnen. Ein*e geübte*r Tänzer*in führt wahrscheinlich sicherer.

3. Rollenverteilung

Der Gedanke an zwei Männer gleichzeitig verursacht dir Schnappatmung? Kein Grund zur Panik. Im Normalfall hast du Hände und einen Mund – auch um klar zu sagen, was du willst und was du nicht willst. Solltest du Appetit auf ein Sandwich bekommen oder sogar die Doppelpenetration wagen, denk daran: Wer die Pussy hat, macht die Regeln und gibt das Tempo vor. Dabei sollte jede Menge Gleitgel zum Einsatz kommen – zu viel davon gibt es eigentlich nicht.

4. Wie funktioniert ein Sandwich?

Beim Sandwich liegt die Frau in der Mitte, beide Männer dringen in sie ein. Ein Sandwich gelingt am besten, wenn sie sich auf Mann A setzt und den Oberkörper nach vorne auf ihm ablegt, Mann B kann dann von hinten dazu stoßen. Kleiner Insider-Tipp: die stabilere Erektion sollte unten liegen, da sie etwas weniger Bewegung abbekommt. Macht keine Leistungsschau daraus. Wenn er nicht stehen will, probiert es später noch mal. Viele Anfänger sind nervös – dann fällt die Pracht von alleine zusammen. Je öfter man es versucht, desto sicherer wird man(n).

5. Gerechtigkeit

Während des Dreiers sollte niemand vernachlässigt werden. Es ist eine Sache, sich den Ball zuzuspielen und sich abzuwechseln. Aber seid euch immer bewusst, dass da noch jemand ist. Versucht die dritte Person immer mit einzubinden. Wenn es der Frau gefällt, kann sie zum Beispiel einen Mann nebenbei oral verwöhnen, die Hände zur Hilfe nehmen oder sich vom zweiten Mann lecken lassen, während der andere sie penetriert. Niemand sollte sich wie das dritte Rad am Wagen fühlen müssen, weil zwei plötzlich nur noch Augen füreinander haben.

6. Das Danach

Findet ein klares Ende, auch wenn ihr zum Schluss noch miteinander kuschelt. Zusammen einschlafen und wieder aufwachen kann schön, aber auch emotional herausfordernd sein. Absolutes Stillschweigen über das Erlebte ist Pflicht. (Du hast doch nicht etwa ein Video gemacht?) Extrapunkte sammelt, wer am nächsten Tag ein Dankeschön per Message oder Blumenboten schickt – natürlich nur, wenn es dir wirklich gefallen hat.

[Außerdem auf ze.tt: Was passiert, wenn eine Frau über ihre Sexualität schreibt]

Als ich Sascha zum Abschied frage, was er den Leserinnen mit auf den Weg geben möchte, wird er ernst. „Es bedrückt mich, wenn ich mitbekomme, wie viele Frauen unsicher im Bett sind oder mit ihrem Körper hadern. Wir Männer wollen doch nichts anderes, als euch Lust zu bereiten und euch glücklich zu sehen. Nichts ist so schön wie das entspannte, zufriedene Lächeln einer Frau nach dem Dreier. Du musst keine Granate im Bett und schon gar kein Model sein oder 101 Stellungen kennen. Versuch einfach zu genießen und deine eigene Lust zu befriedigen – nichts macht eine Frau begehrenswerter.“