Sexismus sichtbar machen: Bei diesen Werbeanzeigen aus den 1950ern wurden die Geschlechterrollen verdreht

Ein Fotograf hat alte Werbeanzeigen neu aufgelegt und dabei die Geschlechterrollen einfach mal umgedreht. Er will zeigen, wie sexistisch unser Alltag schon immer ist.

Wenn man sich heute einige Werbeanzeigen und Plakate aus den 1950er Jahren anschaut, kann man eigentlich nur mit dem Kopf schütteln: Da steht etwa eine Frau zwischen Tellerbergen in der Küche, während der Mann draußen mit dem Kind zu sehen ist. In einer anderen Werbung muntert ein Mann seine weinende Frau mit dem Satz auf: „Mach dir keine Sorgen, immerhin ist das Bier nicht angebrannt!“ In einer weiteren Reklame serviert sie ihm unterwürfig Essen am Bett.

Der 31-jährige Fotograf Eli Rezkhallah stellt in seiner Fotoreihe In A Parallel Universe Anzeigen aus den 50er Jahren detailgetreu nach, tauscht jedoch die Rollen von Mann und Frau. So steht in seiner Arbeit nun der Mann an der Spüle oder bringt Frühstück ans Bett.

Auf die Idee zu diesem Projekt kam er im vergangenen Jahr, als er seine Familie zu Thanksgiving in New Jersey besuchte: „Ich habe mitgehört, wie sich meine Onkel darüber unterhalten haben, dass Frauen sich besser mit Kochen, der Küche und ,ihren weiblichen Verpflichtungen‘ beschäftigen sollten. Auch wenn mir klar ist, dass nicht alle Männer wie meine Onkel denken, war ich doch ziemlich überrascht, dass einige ihre Meinung teilen“, erklärt er. Eli sei sich zwar im Klaren darüber, dass die Werbeanzeigen aus den 1950er Jahren stammen und viele sie als Vintage wahrnehmen, dennoch denkt er, dass ihr sexistischer Kern noch präsent ist: „Also fing ich an, mir ein Paralleluniversum vorzustellen, in dem Rollen vertauscht sind und Männer einen Eindruck von ihrer eigenen sexistischen Position bekommen.“

[Außerdem bei ze.tt: Diesen Sexismus erleben Menschen bei der Arbeit]

Die Reaktionen auf seine Arbeit sind bisher sehr positiv: Er sei sehr froh darüber, dass die Botschaft online sehr gut aufgenommen und von einem breiten Publikum verstanden werde. Der Fotograf steckt große Hoffnungen in das Projekt und möchte Menschen damit zum Nachdenken anregen.

Mehr von Eli Rezkhallah findet ihr auf seinem Instagram-Account oder auf seiner Website