So absurd ist unser Leben, wenn wir es ganz genau nehmen

Wenn wir es nicht selbst andauernd tun würden, fänden wir unsere Gewohnheiten vermutlich auch grotesk.

Jede Eigenartigkeit wird zur Gewohnheit, wenn man sie nur lange genug praktiziert. Oder warum töten wir bunte Blumen, fesseln sie mit anderen bunten Blumen zusammen und verschenken sie als eine Geste der Nettigkeit? Ein Blumenstrauß ist genau genommen sehr makaber. Warum finden wir es idyllisch, wenn aus den Wolken feinste gefrorene Wassertröpfchen fallen, die an Kristallationskeimen kleben? Warum sammeln Kinder diese, um sich mit der kumulierten Menge davon zu bewerfen? Eine Schneeballschlacht ergibt aus dieser Betrachtung nur noch wenig Sinn.

Auf dem Planeten Erde leben seltsame Wesen. Ihr Verhalten ist bei näherer Betrachtung unlogisch, nicht einleuchtend – zumindest aus Sicht von Außerirdischen. Der Cartoonist Nathan W. Pyle aus New York zeichnet unser unschlüssiges Verhalten auf Comic Strips und hält uns, den Homo Sapiens, den Spiegel vor. Tee wird so zur heißen Blätterflüssigkeit, ein Glas Wasser zum Hydrationszylinder und der Wunsch „Träum schön“ zu „Stell dir angenehmen Nonsense vor“. Ein*e frisch auf die Erde gereiste*r Außerirdische*r würde unsere Gewohnheiten vermutlich so beschreiben. Klingt falsch, ist aber dennoch so richtig.