So beschreibt ihr die Beziehung zu euren Vätern in einem einzigen Satz

Väter sind liebevoll, kompliziert oder nicht vorhanden. Die Spannweite der Beziehungen von Kindern zu ihren Vätern ist breit. Wir wollten von euch anonym wissen, wie ihr zu ihnen steht. 

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Papa. Foto: Erwan Hesry / Unsplash | CC0

Für die einen ist die eigene Familie das wichtigste Gut, mit der man alle Dramen des Lebens übersteht. Sie verbinden mit ihr Werte wie Rückhalt, Akzeptanz, Unterstützung und Zusammenhalt. Aber weil man sich Familie nicht aussuchen kann, ist sie für andere manchmal eine Zumutung. Sie werden enttäuscht und verletzt, vielleicht brechen sie gänzlich den Kontakt ab. Trotzdem sind wir mit unserer Familie verbunden, ob wir wollen oder nicht. Schließlich ist die Familie, wie es der Schweizer Biologe Jean Piaget ausdrückte, die wichtigste Schule für unser Leben. Irgendeine Art von Beziehung zu den Eltern besteht immer, auch wenn sie diesen Namen in manchen Fällen gar nicht verdient.

[Außerdem auf ze.tt: „Ich war mir sicher, dass ich meinen Vater nie wieder anrufen würde“]

Vor allem die Beziehung zu unseren Eltern kann kompliziert sein. Zur Mutter pflegt man eine andere als zum Vater, oft ist die eine inniger, die andere distanzierter. Weil jede Eltern-Kind-Beziehung unterschiedlich und individuell ist, wollten wir von euch anonym um euer Verhältnis wissen. Genauer gesagt um das Verhältnis zu eurem Vater. Nicht umsonst wurden Väter noch in den 1970er Jahren in der analytischen Kinderpsychologie einmal die Dritten genannt. Es waren diejenigen, die sich zwischen Mutter und Kind drängten. In einer intakten heteronormativen Familie ist zwar auch Papa von Anfang an da, trotzdem ist es die Mutter, die von der vorgeburtlichen Zeit über den Geburtsvorgang an sich bis hin zu den Wochen danach naturgegeben die wichtige Rolle spielt. Papa tritt erst später ins charakterbildende Erziehungsspiel des Kindes ein. Heutige Modelle sehen den Vater als gleichwertig neben der Mutter an. Dennoch ist die Beziehung zum Vater oft eine spezielle. Wir wollten wissen, wie eure ist.

Wie ist die Beziehung zu euren Vätern?

Wir haben euch gebeten, mit einem Satz zu antworten.

Wie ist die Beziehung zu eurem Vater? Beschreibt sie uns hier anonym – in einem Satz: http://bit.ly/2KyOUgL

Gepostet von ze.tt am Dienstag, 7. August 2018

Hier sind eure Antworten:

Schlecht

„Mein Vater der Fremde.“

„Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir es gar nicht merken würden, wenn wir gar keinen Kontakt mehr hätten.“

„Sie ist beschissen.“

„Er ist ein egoistisches Arschloch, welches sich einen Scheiß um seine Kinder kümmert.“

„Mein Vater hat mit der Frau seines Bruders einen Sohn – unsere Beziehung ist schwierig.“

„Fremd.“

„Zerrüttet – Seine Fehler und (Un-)Taten haben Narben hinterlassen, die er leider immer wieder aufreißt, wodurch wird das zarte Pflänzchen des Vertrauens immer wieder zertreten wird.“

„Er hat sich nie für mich oder meine Interessen interessiert, es geht ihm nur ums Geld, ich bin von ihm ungeliebt und eine Enttäuschung.“

„Mein leiblicher Vater hatte nie Interesse an mir und meinem Bruder.“

„Mein Vater ist ein cholerisches Arschloch und hat zu verantworten, dass ich Menschen nur schwer vertraue und zu emotionaler Nähe kaum fähig bin.“

„Sie befindet sich in freien Fall – gerade steuert er sie senkrecht auf den Abgrund zu, für mich ist sie schon zerbrochen.“

„Ein cholerischer alkoholsüchtiger Mann, der keinen Platz in meinem Leben hat.“

„Oberflächlich werden alle zwei bis drei Monate Neuigkeiten ausgetauscht, wobei keine echte Anteilnahme erfolgt und leere Versprechungen geäußert werden.“

„Nachdem er meine Mutter betrogen, mein Konto geplündert, unser Auto ‚verloren‘ und eine neue Familie gegründet hat, die in Saus und Braus lebte, während es bei uns zu oft Nudeln mit Ketchup gab, er mich in der Stadt, am See, auf Schützenfesten ignoriert hat, ist unsere Beziehung auf Null – auch wenn er seit einem Jahr den Kontakt sucht.“

„Wenn ich an ihn denke, fühlt es sich an, als erinnere ich mich an eine düstere Geschichte, von der ich mal gehört habe und von der ich fast vergessen habe, dass sie wahr ist.“

„Ich war froh, als er endlich tot war.“

„Ich glaube, er kennt mich gar nicht wirklich.“

Gibt’s nicht

„Nicht vorhanden, es besteht kein Kontakt.“

„Enttäuschend und seitdem nicht mehr vorhanden.“

„Es gibt de facto keine Beziehung (außer über Anwälte zwecks Unterhalt), da ich mich nach der Trennung meiner Eltern (ich war 7) mehr und mehr von meinem Erzeuger entfremdet habe.“

„Ich hatte keinen Kontakt zu meinem Vater, meine Mutter war alleinerziehend.“

„Leiblicher Vater: kenne ich nicht, Stiefvater: Beziehung quasi nicht vorhanden.“

„Ich traf ihn nie: Nach einer jahrelangen Affäre mit meiner Mutter verließ er sie, sobald sie mit mir schwanger war und mich nicht abtreiben wollte, er hatte ja noch seine fünfköpfige Familie.“

„Zwischen meinem Vater und mir herrscht die ewige Eiszeit.“

„Nicht vorhanden.“

„Nicht vorhanden und nach einer psychisch und physisch gewaltgeprägten Kindheit ist es auch gut so, denn man schließt seinen Frieden und freut sich auf die Zukunft.“

„Nicht vorhanden, da er in meiner Kindheit und Jugend mehr in der Arbeit als zu Hause war, und deshalb quasi nie gesehen haben und wir uns jetzt als Erwachsene nichts zu sagen haben.“

„Dank übermäßigem Alkoholkonsum nicht mehr vorhanden.“

„Ich habe einen biologischen Erzeuger – aber keinen Vater.“

Mal so, mal so

„Anstrengend, dennoch eine liebevolle Beziehung, die mal besser und mal schlechter läuft.“

„Unser Beziehung änderte sich oft von vorerst kontrollierend zu einem Vorbild für mich, liebend und beschützend.“

„Am Ende wird alles gut!“

„Nach der Trennung meiner Eltern und der Geburt seines Sohnes immer besser.“

„Ich schaffe es sogar in einem Wort: Kompliziert“

„Das Einfühlungsvermögen meines Vaters passt auf auf einen Teelöffel.“

„Der Gedanke, ihn zu verlieren, schnürt mir die Luft ab, obwohl ich ihn manchmal treten könnte.“

„Meinen Papa muss ich bremsen, nicht einfach alles für mich zu tun und gleichzeitig braucht er mich als emotionale Stütze.“

„Vordergründig einfach, hintergründig sehr komplex.“

„Durch Scheidung von stetigem Misstrauen und von Verlassenheitsgefühlen dominiert, aber dennoch sehr liebevoll.“

„Kühl, viele abgewehrte Gefühle, aber in einzelnen Momenten kommt ein offener, sein Kind liebender Vater zum Vorschein – für mich leider zu wenige Momente.“

„Eine Therapie hat mich lernen lassen zu dechiffrieren, dass er mich sehr lieb hat — und ihm verdeutlicht, dass er das vielleicht öfter zeigen sollte.“

„Ein bewundernswert großzügiger Mensch, der vor allem durch Desinteresse an mir glänzt.“

„Unberechenbar, denn mein Vater hat eine Persönlichkeitsstörung – manchmal überschüttet er mich mit Geschenken, manchmal bestraft er mich mit Liebesentzug oder kommt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach.“

„Es ist okay, aber er wird mir nie so nah sein wie meine Mutter.“

„Mein Vater war in den richtigen Momenten charakterlich zu schwach, aber in den falschen Momenten körperlich zu hart.“

Gut

„Wir reden zwar nie viel über persönliche Dinge, aber unsere Beziehung ist trotzdem sehr liebevoll, denn er würde alles für mich tun und andersrum ebenso.“

„Unsere Ähnlichkeit nervt meine Mutter extrem!“

„Kann, weiß und repariert alles!“

„Harmonisch, respektvoll, liebevoll, einfach perfekt! Danke Papa! R.I.P“

„Er war mal meine große Liebe … jetzt werde ich wohl den Rest meines Lebens Liebeskummer haben.“

„Früher hab ich immer gedacht, er wolle mich einschränken und bremsen, heute schätze ich seine Weisheit und Lebenserfahrung und seinen intelligenten und kritischen Charakter.“

„Ein Vierteljahrhundert lang war unsere Beziehung geprägt davon, dass ich mich immer auf ihn verlassen konnte, egal ob in Fragen nach richtiger Grammatik, nach den frischen Brötchen vom Bäcker am Wochenende, Sarkasmus auf Familienfeiern und, am wichtigsten, in Fragen des guten Geschmacks hinsichtlich Musik – ich kann für immer alle Pink Floyd-Alben in chronologischer Reihenfolge auswendig aufsagen.“

„Ich vermisse ihn sehr. Geliebt, aber oft sprachlos.“

„Wenige Worte, viel Respekt und noch mehr Vertrauen.“

„Mein Vater war der wichtigste Mensch in meinem Leben, meine Familie, Liebe.“

„Mein Vater war mein bester Kumpel.“

„Mein Vater unterstützt mich bedingungslos und wir haben eine liebevolle, vertrauensvolle Beziehung.“

„Mein Papa ist einer der wichtigsten Menschen für mich, denn er unterstützt mich immer und ohne Einschränkungen, er gibt mir das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit und ich weiß, dass er stolz auf mich ist – ich habe ihn sehr lieb.“

„Er ist Alkoholiker und ich lieb ihn trotzdem.“

„Als kleines Mädchen war er ganz klassisch mein Held und Vorbild, heute ist er immer noch die erste Person, die ich anrufe, wenn es mir besonders gut/schlecht geht: Er ist die wichtigste Person in meinem Leben.“

„Unter Tränen seinen Grabstein umarmen!“

„Mein bester Freund.“

„Er ist der liebevollste Mensch und mein Held.“