So bunt waren die Proteste gegen Rechts am Tag der Deutschen Einheit

Hunderttausende Menschen nahmen am 3. Oktober an den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit teil. Andere feierten Demokratie und Menschenrechte, indem sie von Berlin bis Mannheim gegen Rechts auf die Straße gingen.

Während 600.000 Besucher*innen am Brandenburger Tor bei Auftritten von Künstler*innen wie Nena und Samy Deluxe den Tag der Deutschen Einheit feierten, gingen viele Berliner*innen aus einem anderen Grund auf die Straße: Laut Polizeiangaben kamen knapp 1.000 Menschen zusammen, um sich gegen eine rechte Demonstration zu stellen.

Auf der anderen Seite standen bei der Demonstration „Wir für Deutschland“ ebenso rund 1.000 Rechte und Neonazis, die vom Hauptbahnhof aus durch den Bezirk Mitte marschierten. Die Polizei und Augenzeug*innen berichten von Übergriffen auf Passant*innen und Gegendemonstrant*innen. Einer unserer Redakteure filmte vor Ort eine Szene, bei der Rechtsextreme die Bewohner*innen aufriefen, von ihren Balkonen zu springen.

40.000 Menschen bei „Jetzt gilt’s!“ in München

Auch in der bayerischen Landeshauptstadt wurde fleißig demonstriert. Unter dem Slogan „Jetzt gilt’s! – Gemeinsam gegen die Politik der Angst“ kamen in München laut Veranstalter*innen 40.000 Menschen zusammen, darunter viele Familien mit Kindern. Eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl hatten das Bündnis gegen das bayerische Polizeiaufgabengesetz (noPAG) sowie die Organisator*innen der #ausgehetzt-Demonstration Ende Juli, bei der auch mehrere Zehntausend Menschen gegen rechte Hetze und Gewalt demonstriert hatten, zu der Kundgebung aufgerufen.

Auch in Mannheim wurde demonstriert

In Baden-Württemberg versammelten sich bei einer Demonstration für Demokratie und Menschenrechte rund 9.000 Menschen auf dem Ehrenhof des Mannheimer Schlosses. Aufgerufen hatten dazu Kirchenverbände, verschiedene Sportvereine, Kulturschaffende und Vertreter*innen aus der Wirtschaft.