So einfallsreich gestalten Menschen ihre Corona-Schutzmasken

Wegen des Coronavirus sind Schutzmasken aktuell sehr gefragt – und viele stellen einfallsreiche Exemplare selbst her. Ob sie allerdings wirklich schützen, ist umstritten.

Die Corona-Pandemie beherrscht unseren Alltag und immer noch implementieren immer mehr Länder neue Schutzmaßnahmen zur Einschränkung des Virus. Soziale Distanz, Händewaschen, nicht ins Gesicht fassen, ist dringend geraten. In Deutschland werden freiwillige Isolation oder Quarantäne empfohlen, die Bundesregierung nennt es unter bestimmten Bedingungen Kontaktverbot. Andere Länder handeln hingegen weitaus strenger.

In Österreich wird das Einkaufen nur noch mit Mundschutz erlaubt sein. Die Läden sollen am Eingang kostenlose Masken verteilen, ohne ist der Zutritt verboten. Tschechien hat bereits einen Mundschutzzwang in der Öffentlichkeit eingeführt. Wer seine Wohnung verlässt, muss Nase und Mund bedecken, und sei es nur mit einem Schal oder Tuch.

Schutzmasken sind zurzeit auf der ganzen Welt begehrte Ware. Unternehmen kommen mit der Produktion kaum hinterher, millionenfach werden sie von Land zu Land verschickt, um die schlimmsten Engpässe zu vermeiden. Nach eigenen Angaben habe die tschechische Regierung 30 Millionen einfache OP-Masken und mehr als sechs Millionen Atemschutzmasken, die Partikel aus der Luft herausfiltern, in China bestellt.

Vorsicht beim DIY-Mundschutz

Trotzdem sind Atemschutzmasken Mangelware. Darum fertigen viele Menschen eigene Masken an, teils mit kreativer Musterung oder witzigen Drucken, und stellen Fotos davon ins Netz. Unter dem Hashtag #Coronamask haben bereits Tausende ihre Kreationen veröffentlicht. Sie schneidern die Masken farblich passend zu ihrem jeweiligen Outfit, verwenden Stoffe mit Blumen-, Obst oder Tiermustern oder malen sich schlicht und einfach einen roten Mund auf die Vorderseite. Wie einfallsreich Menschen dabei vorgehen, seht ihr in unserer Galerie.

Dabei ist beim Tragen von derartigen Masken Vorsicht geboten. „Wenn jemand beim Tragen eines solchen Mundschutzes ein gutes Gefühl hat, kann er das ruhig machen“, sagte der Virologe der Berliner Charité, Christian Drosten im NDR-Podcast Coronavirus-Update. Allerdings würden viele die Wirkungsrichtung verwechseln: Mit einer Maske schütze man sich nicht selbst, sondern andere. Sie dient also nicht als Vorbeugung für Gesunde, sondern ist für bereits erkrankte Menschen gedacht, damit sie den Virus nicht weiter verteilen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hingegen sieht im allgemeinen Tragen der Schutzmasken keinen Nutzen im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus. Es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass damit etwas gewonnen wäre, sagte der WHO-Nothilfedirektor Michael Ryan in Genf Anfang der Woche. Vielmehr gebe es zusätzliche Risiken, wenn Menschen die Masken falsch abnehmen und sich dabei womöglich infizieren. „Unser Rat: Wir raten davon ab, Mundschutz zu tragen, wenn man nicht selbst krank ist.“

Wer gesund ist und eine Maske tragen möchte, kann das tun – für die psychische Ruhe und das allgemeine Wohlfühlen. Man sollte sich allerdings von der Überzeugung verabschieden, damit vor einer Infektion geschützt zu sein.

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