So klingen die Vornamen unserer neuen Minister*innen als Songs

Fast ein halbes Jahr nach der Bundestagswahl bekommen wir eine neue Regierung. Das muss gefeiert werden – mit den Namen unserer neuen Bundesminister*innen als Songs.

Die Damen und Herren Politiker*innen haben sich bequemt, endlich ein Kabinett zu bilden. © TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images

Die Damen und Herren Politiker*innen konnten sich nicht nur auf eine Regierung einigen, sondern sogar das neue Merkel-Kabinett besetzen. Toll, toll – Glückwunsch! Hat ja auch nur eine Ewigkeit gedauert.

[Außerdem auf ze.tt: Die SPD hat die fatalste Entscheidung für die Zukunft Deutschlands getroffen]

Na, wir wollen hier nicht griesgrämig wehklagen, sondern lieber feiern. Deshalb haben wir mit Googles neuem Song Maker jedem Kabinettsmitglied einen Song geschrieben.

Jens Spahn (CDU)

… wird Gesundheitsminister. Der 37-Jährige gilt als konservativer Hardliner der CDU – und wird von manchen als möglicher Nachfolger für Angela Merkel behandelt. Er vertritt viele unzufriedene CDU-Wähler*innen am rechten Rand und ist der lauteste parteiinterne Merkelkritiker. Bereits 2015 äußerte er öffentlich Zweifel an Merkels Geflüchtetenpolitik. Spahn ist Minister-Frischling, zuvor war er parlamentarischer Staatssekretär.

Anja Karliczek (CDU)

… wird Bildungsministerin. Die 46 Jahre alte Unionspolitikerin aus Ibbenbüren, Nordrhein-Westfalen, ist eines der unbekanntesten Gesichter der neuen Regierung. Wissenschaft und Bildung waren bislang eher nicht ihr Fachgebiet: Karliczek sitzt seit 2013 als Abgeordnete im Bundestag, wo sie sich in erster Linie mit Finanzthemen befasst hat. Spezialgebiet: Reform der betrieblichen Altersvorsorge. Auch schön.

Peter Altmaier (CDU)

… wird Wirtschaftsminister. Der 59-Jährige gilt als BFF von Angela Merkel. Vergangene Legislaturperiode war er Chef des Kanzleramt, also quasi wichtigste Person im Berufsleben von Merkel. Jetzt gibt’s also den Posten des Wirtschaftsminister – damit ist er übrigens der erste CDU-Wirtschaftsminister seit 52 Jahren. So als Funfact für die nächste Tupperparty.

Helge Braun (CDU)

… wird der neue BFF der Kanzlerin. Er wird neuer Chef des Kanzleramts. Der 45-Jährige ist gelernter Arzt und war in den vergangenen Jahren der zweite Mann des Kanzleramts, direkt nach Peter Altmeier. Adjektive, mit denen die Digitalszene Braun laut Handelsblatt beschreibt: „brillant“, „breit interessiert“, „undogmatisch“ und „enorm kenntnisreich“. Schön.

Ursula von der Leyen (CDU)

… bleibt Verteidigungsministerin. Wie viele Freudentränen darüber in der Bundeswehr vergossen werden, ist nicht bekannt.

Julia Klöckner (CDU)

… wird Landwirtschaftsministerin. Die 45-Jährige hat zwei Wahlniederlagen als Spitzenkandidatin der CDU in Rheinland-Pfalz hinter sich und darf jetzt zur Belohnung in die Bundespolitik wechseln. Warum es in der Heimat nicht so gut geklappt hat? „Zu viel Paris, zu wenig Pirmasens“, lästern Parteikolleg*innen. (Für alle, die nicht aus Pirmasens kommen: Dies ist ein Kaff in Rheinland-Pfalz.) Berlin ist nun auch nicht gerade Paris aber vielleicht klappt’s hier ja besser.

Horst Seehofer (CSU)

… wird Minister für Innen, Bau und Heimat – und selten hat das Internet so herzlich gelacht, wie an dem Tag, an dem bekannt wurde, dass der ehemalige bayerische Ministerpräsident Heimatminister werden soll. Hier ein Auszug:

Andreas Scheuer (CSU)

… wird Verkehrsminister. Die CSU schickt geballte man power ins Kabinett. Der 43-jährige Scheuer war zuvor bereits Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Jetzt schmeißt er den Laden selbst. Was gibt es sonst über ihn zu sagen? Seine Haare sitzen stets sehr schön.

Gerd Müller (CSU)

… bleibt Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Damit ist der 62-Jährige der zweite, zusammen mit Ursula von der Leyen, der sein altes Amt behalten darf.

Heiko Maas (SPD)

… wird Außenminister. Dieser Personalwechsel hat einige überrascht. Der Posten des Außenministers gilt als der wichtigste nach der Kanzlerin. Ursprünglich wäre der Posten Sigmar Gabriel oder Martin Schulz zugekommen – jetzt wo sich beide zerhakelt haben, lässt man Maas ran. Der ist auch nicht gerade ein neues Gesicht, nach drei gescheiterten Versuchen, Ministerpräsident des Saarlandes zu werden, holte ihn Gabriel 2013 als Justizminister ins Kabinett. Dort hat er zum Beispiel eine nichtbremsende Mietpreisbremse umgesetzt.

Olaf Scholz (SPD)

… wird Finanzminister. Der emotional aufwühlende Scholz wechselt von Hamburg nach Berlin. In der Hansestadt war er seit 2011 Bürgermeister. Mit Angela Merkel versteht er sich spätestens seit der G20-Zusammenarbeit prächtig.

Franziska Giffey (SPD)

… wird Familienministerin. Berliner Leser*innen kennen sie vielleicht: Die 39-Jährige war bisher die Bezirksbürgermeisterin des Berliner Stadtteils Neukölln. Was vermutlich bedeutet, dass unsere neue Familienministerin Nerven aus Stahl hat.

Katarina Barley (SPD)

… wird Justizministerin. Die 49-Jährige war seit 2015 Generalsekretärin der SPD und seit 2017 ein paar Monate lang Familienministerin. Jetzt übernimmt sie das Justizministerium vom Kollegen Heiko Maas.

Svenja Schulze (SPD)

… wird Umweltministerin. Die 49-Jährige ist die Überraschung in der SPD-Wunderbonbontüte. In NRW war sie bereits Wissenschaftsministerin und sorgte 2011 dafür, dass die Studiengebühren abgeschafft werden. Aber Umwelt ist ja auch ein schönes Thema.

Hubertus Heil (SPD)

… übernimmt das Bundesministerium für Soziales und Arbeit. Der 45-Jährige sitzt seit 1998 im Bundestag und war unter anderem als Generalsekretär der SPD tätig. Man darf also gespannt sein auf den Prozess der Selbsterneuerung der SPD.