So magisch sieht das Leben unter Wasser aus

Bei den Underwater Photographer of the Year Awards wurden die besten Unterwasserfotos des Jahres geehrt. Eine Kategorie beleuchtet dabei, welchen Bedrohungen Meeresbewohner*innen ausgesetzt sind.

Den Wettbewerb für das beste Unterwasserfoto gewinnt dieses Jahr der französische Fotograf Greg LeCoeur. Sein Foto zeigt eine Gruppe von Krabbenfresserrobben, die vergnügt um die Unterseite eines Eisbergs in der Antarktis wirbeln. Damit darf sich LeCoeur bester Unterwasserfotograf des Jahres nennen.

Seinem Foto gab er den Titel Frozen Mobile Home. LeCoeur bezeichnet Eisberge als „gewaltige und geheimnisvolle Lebensräume“, schließlich würden sie langsam schwingen, rotieren und je nach Laune durch polare Strömungen treiben. Mittlerweile wüsste man zwar, dass Eisberge die Ozeane sozusagen düngen, indem sie Nährstoffe vom Land in das Wasser transportieren und auch größeren Tieren wie den Krabbenfressern ein Zuhause bieten. Trotzdem sei wenig darüber bekannt, wie die Tierwelt in der Umgebung dieser Wohnmobile gedeiht, sagt LeCoeur.

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1. Platz in der Kategorie „Wide Angle“ und Gesamtsieger. Foto: © Greg LeCoeur / UPY 2020

Mückenstiche für ein perfektes Foto

Anita Kainrath, eine Fotografin aus Österreich, belegt den ersten Platz in der Kategorie Up and coming Underwater Photographer of the Year 2020. Diese soll die Werke von neuen Fototalenten ehren, die noch nie einen Preis in einem vergleichbaren Wettbewerb erhalten haben. Das Foto der besten Nachwuchsfotografin des Jahres, sie nennt es Lemon shark pups in mangrove nursery, zeigt Zitronenhaibabys, die um Mangrovenbäume auf den Bahamas schwimmen. Die Tiere verbringen dort die ersten fünf bis acht Jahre ihres Lebens.

Für den perfekten Schnappschuss musste Kainrath eine gefühlte Ewigkeit im kniehohen Wasser ausharren und komplett stillhalten. Die größte Herausforderung war dabei allerdings nicht das Warten, sondern die Schar von Stech- und Sandmücken, die Kainrath unermüdlich belästigte. „Nach weniger als einer Stunde kamen die kleinen Raubtiere näher und schwammen schließlich um meine Füße und meine Kamera herum, stießen gegen mich und versuchten, meine Blitze zu schmecken“, sagt Kainrath. Sie richtet mit ihrem Foto auch einen Appell an die Betrachter*innen: Wir müssen die Kinderzimmer dieser Haie schützen, um sicherzustellen, dass ihre Population nicht zurückgeht.

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1. Platz in der Kategorie „Up & Coming“. Foto: © Anita Kainrath / UPY 2020

Früh aufstehen für ein perfektes Fotos

Gewonnen hat auch Pasquale Vassallo aus Italien, in der Kategorie Marine Conservation Photographer of the Year. Klimakrise, Überfischung, Verschmutzung durch Plastik – die Ozeane sind vielen Bedrohungen ausgesetzt. Auf diese Missstände soll die Kategorie unter anderem aufmerksam machen. Für sein Bild Last Dawn, Last Gasp begleitete Vassallo einheimische Fischer beim Fang im Tyrrhenischen Meer westlich von Italien.

Um sechs Uhr morgens warfen die Fischer ihre ersten Netze aus. Demnach musste auch Vassallo bereits bei Tagesanbruch im Wasser sein, um den Fischernetzen bis zum Meeresgrund zu folgen. Sein Gewinnerfoto zeigt einen Thunfisch, der mit offenem Mund in den Maschen des Netzes hängt.

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