So müssten bekannte Gemälde in Zeiten von Social Distancing aussehen

Social Distancing verändert die Art und Weise, wie wir die Welt und unsere Mitmenschen wahrnehmen. Til Kolare hat den Aufruf zu mindestens anderthalb Metern Abstand auf berühmte Gemälde übertragen.

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Fast eine Berührung! Michelangelos Fresko in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan. Montage: © Til Kolare

Unsere Leben sind gerade voller Lücken. Lücken zwischen Menschen, Lücken zwischen Hoffnung und Wirklichkeit, Lücken – ganz prosaisch – in Supermarktregalen. Das kann man stoisch hinnehmen, man kann aber auch gedanklich ein bisschen drauf rumkauen. Inspiration bieten die Kunstgeschichte und die vielleicht berühmteste Lücke der Welt. Die Lücke zwischen den Fingern von Adam und Gottvater in Michelangelos Fresko Die Erschaffung Adams.

Dort sieht man, wie sich Gottvater und Adam ihre Hände entgegenstrecken, um den Lebensfunken von Schöpfer auf Geschöpf überspringen zu lassen. Doch der Moment, den wir sehen, ist der Moment kurz davor. Zwischen den Fingern eine Lücke und damit ein Abstand, der vielleicht mehr über das Verhältnis zwischen Gott und Mensch aussagt als so manche biblische Exegese.

Allerdings ist diese Lücke nach derzeitigem Lücken-Standard viel zu klein. Um seine Mitmenschen auf die aktuellen Sicherheitsregeln aufmerksam zu machen, hat der Leipziger Musikproduzent Til Kolare auf seinem Instagram-Account daher ein Projekt gestartet. Er nimmt bekannte Gemälde, auf denen mindestens zwei Personen abgebildet sind, und fügt mit Photoshop den nötigen Abstand ein.

Wie hier der kommunistische Bruderkuss zwischen Leonid Breschnew und Erich Honecker:

Obwohl sich die meisten Leute mittlerweile an den Sicherheitsabstand halten, möchte Kolare mit seinem Projekt trotzdem weitermachen: „Es soll aufmuntern und gerne auch andere anregen, sich kreativ mit der aktuellen Situation auseinanderzusetzen.“

Nachtschwärmer von Edward Hopper:

In der Galerie seht ihr, welche Bilder sich Kolare bislang noch vorgenommen hat:

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