So reagiert das Netz auf Gaulands Vogelschiss-Kommentar

Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland brachte mit einem Hitler-Kommentar zahlreiche Twitter-User*innen gegen sich auf.

Alexander Gauland beim Bundeskongress der Jungen Alternative.

Alexander Gauland beim Bundeskongress der Jungen Alternative © dpa

Am Wochenende hat die Junge Alternative einen Bundeskongress in Thüringen veranstaltet. Auf dem Programm standen unter anderem eine Diskussion darüber, ob die Europäische Union aufgelöst werden soll. Jörg Meuthen, Alexander Gauland und Björn Höcke waren zudem für Auftritte angekündigt worden.

Alexander Gauland, einer der Vorsitzenden der rechtspopulistischen AfD, sorgte bei seiner Rede mit einem Hitler-Kommentar für heftige Kritik. Die Deutsche Welle zitierte Gauland auf Twitter so: „Hitler und die Nationalsozialisten sind nur ein Vogelschiss in 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“

Diese Verharmlosung der Nazi-Verbrechen löste zunächst einen Sturm der Entrüstung auf Twitter aus. Grünen-Vorsitzende Katrin Göring-Eckhardt bezeichnete Gaulands Aussage als ekelhaft.

Ihr Kollege Robert Habeck kommentierte, solche Sätze der AfD-Führenden seien keine Ausrutscher, sondern kalkuliert. Ziel sei es, „die deutsche Demokratie zu entkernen“.

Georg Restle, der Redaktionsleiter der WDR-Polit-Sendung Monitor, empfahl, Gauland nicht mehr in Talkshows und Nachrichtensendungen einzuladen.

Zahlreiche weitere User*innen stimmten in die Kritik mit ein.

AfD-Fraktionssprecher Christian Lüth bezog kurze Zeit später auf Twitter Stellung und versuchte, Gaulands Aussage einzuordnen. „Vogelschiss ist das, was ich von der Nazi-Zeit halte“, zitiert er den Parteivorsitzenden. „Quantitativ auf die rund tausend Jahre deutsche Geschichte gesehen. Inhaltlich sowieso.“ Lüth schrieb weiterhin, wer den Kommentar missverstehe, „will es auch“ und wolle „der AfD schaden“.

Gauland rückt die AfD immer weiter nach rechts

Es ist nicht das erste Mal, das Alexander Gauland die Verbrechen des Nazi-Regimes relativiert hat. Bei einer Rede verkündete er, jede*r Deutsche habe „das Recht, stolz zu sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“. Zudem äußerte sich der Rechtspopulist mehrfach eindeutig rassistisch. So löste er eine Debatte aus, als er über den Fußballer Jérôme Boateng sagte: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Über die SPD-Politikerin Aydan Özoguz fantasierte er, man werde sie „dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können“. Selbst Bekannte unterstellen dem AfD-Vorsitzenden völkisches Denken.

Update: Den letzten Absatz haben wir nachträglich dem Artikel hinzugefügt, um Gaulands Äußerung besser einzuordnen.