So sehen Menschen aus, die nachts am Flughafen ausharren

Die Fotografin Anca Arambasa verbrachte eine Nacht am Flughafen und nutzte die Zeit, um Reisende beim Warten zu fotografieren.

Manchmal kommen uns Minuten wie Stunden vor und Stunden so lang wie Tage. Die Zeit will einfach nicht schneller vorbeigehen. Ganz besonders dann nicht, wenn wir warten, wenn wir Zeit totschlagen müssen – zum Beispiel am Flughafen. Egal ob bewusst zu früh losgefahren, eine ungeplante Flugverspätung oder ein geplanter Zwischenaufenthalt: Das Warten zwischen den Duty-free-Shop, aus denen dicke Parfumwolken wabern, und den überteuerten Cafés ist oft alles andere als angenehm. Bei den unbequemen Bänken und den lauten Durchsagen, die unaufhörlich aus den Lautsprechern dröhnen, ist an Schlaf sowieso kaum zu denken.

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Die Fotografin Anca Arambasa hat die Wartende in ihrer Bilderreihe A Night At The Airport festgehalten: „Ich wollte schon immer Menschen am Flughafen fotografieren“, erklärt sie. Als sie dann auf einem Flug einen sehr langen Zwischenaufenthalt hatte, kam ihr die Idee, die Atmosphäre vor Ort einzufangen. An welchem Flughafen die Bilder entstanden sind, möchte Anca jedoch lieder für sich behalten, um die Privatsphäre der Menschen zu schützen. Was für andere meist eine Qual ist, sah Anca in dieser Nacht als ihre große Chance. Sie erinnert sich „Ich habe die Menschen ganz normal, so wie sie eben waren, fotografiert. Die haben nicht extra für mich posiert.“

Es wirkte, als würde der Flughafen sich für den nächsten Tag ausruhen.“

Sie verrät, dass sie ganz überrascht gewesen sei, in wie vielen Positionen man überhaupt schlafen kann und wie anstrengend es eigentlich sei, eine ganze Nacht am Flughafen zu verbringen. Das möchte sie mithilfe der Fotos auch den Verantwortlichen zeigen: „Sie sollen sehen, wie unbequem es Reisende bei Zwischenaufenthalten an einigen Flughäfen haben …“

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Die Atmosphäre am Flughafen hat Anca fasziniert: „Es herrscht eine Stille, eine unangenehme Stille, nur unterbrochen von Schritten, Arbeitenden, Gepäckwagen und Menschen, die auf Laptops oder Smartphones rumtippen. Irgendwie gefiel mir der Flughafen bei Nacht, ich konnte die Architektur des Gebäudes betrachten, die Läden waren geschlossen, eine Stille lag über dem ganzen Ort. Es wirkte, als würde der Flughafen sich für den nächsten Tag ausruhen“, beschreibt sie.

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Anca war es bei den Fotos wichtig, die Menschen nicht zu stören, sie schlafen zu lassen. Deshalb saß sie ein Stück von ihnen entfernt. Die meisten hätten sie erst gar nicht gesehen, erklärt sie: „Einige haben mich und meine Kamera gesehen, für ein paar Sekunden beobachtet und das war’s. Es schien sie nicht zu stören.“ Auf der Onlineplattform Bored Panda, auf der Anca ihre Bilder veröffentlichte, ergänzt sie jedoch: „Es ist nicht meine Absicht, mich über irgendjemanden lustig zu machen.“ Wer sich auf den Bilder wiedererkenne und nicht einverstanden sei, solle sie einfach kontaktieren.


Weitere Arbeiten von Anca findet ihr auf ihrem Instagram-Account.