So spöttisch sind die Antworten auf den Fotowettbewerb von DHL

DHL rief Nutzer*innen dazu auf, Fanfotos des Paketzustellers auf Social Media zu teilen. Neben Häme äußern viele auch Kritik an den Arbeitsbedingungen der Zusteller*innen.

Pakete auf Dächern, riesige Kartons unter Fußmatten oder völlig durchnässte Sendungen – bei Bestellungen läuft die Zustellung nicht immer reibungslos ab. Die schlechte Laune, die sich dadurch bei einigen Menschen angestaut hatte, kochte hoch, als der Paketdienst DHL auf Twitter dazu aufrief, Fanfotos an das Unternehmen zu schicken. Hinter dem Tweet steckt ein Gewinnspiel des Paketauslieferers. Statt glücklicher Selfies mit Paketen und Liebeserklärungen an das Unternehmen teilten die Twitter-Nutzer*innen jedoch vor allem Bilder von zugeparkten Fahrradwegen, beschädigten Sendungen oder fragwürdigen Botschaften in ihren Briefkästen. Dabei wurde es zum Teil ziemlich gehässig.

Andere Nutzer*innen kritisierten die Häme gegenüber den Paketbot*innen von DHL. Sie äußerten vor allem Kritik an den Arbeitsbedingungen, unter denen Sendungen ausgetragen werden müssten. So schrieb Nutzer*in @potttinte: „Ich werde der größte Fan, wenn ihr die Zusteller besser bezahlt.“ Ein anderer Nutzer teilte ein Foto einer Benachrichtigung, die verdeutlicht, unter welchem Druck die DHL-Mitarbeiter*innen stehen. „Wir haben zur Zeit zu viele Pakete und leider dagegen viel zu wenig Personal. Deswegen kam ihr Paket zu spät. Es tut mir Leid.“

Stundenlohn von 4,50 Euro

Weitere Nutzer*innen schlossen sich dieser Kritik an. Man könne nicht immer mehr online bestellen, Versand innerhalb von 24 Stunden erwarten und sich dann an den Fehlern der ausgebeuteten Arbeitskräfte ergötzen. Wer die Rechtschreibung oder Deutschkenntnisse von Paketzusteller*innen belächele, schaue herablassend auf die Zulieferer*innen. Oder, wie es Nutzer @mad_ten mit den Worten Jan Böhmermanns ausdrückte: „Ich bin kein Mensch, ich bin kein Tier. Nein, ich bin Paketkurier“.

Der Onlinehandel wächst seit Jahren und sorgt dafür, dass immer mehr Paketbot*innen gebraucht werden. Im letzten Jahr wurden deutschlandweit dreieinhalb Milliarden Pakete ausgeliefert. Das macht fast 10 Millionen Pakete pro Tag. Um dieses Pensum zu schaffen, lagern Lieferdienste die Arbeit zum Teil an Subunternehmen aus. Diese betreiben in großem Umfang Lohndumping, sodass die Zusteller*innen mitunter für einen Stundenlohn von 4,50 Euro arbeiten. Und manchmal eben auch auf dem Fahrradweg parken, um ihre Arbeit in der vorgeschriebenen Zeit zu erledigen.