So unterschiedlich arbeiten Menschen weltweit

Ein Fotowettbewerb kürt die besten Fotos zum Thema Arbeit und zeigt damit, wie vielfältig Berufe sind.

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich auf einem Drehstuhl vor meinem Schreibtisch und schaue auf einen Bildschirm. Abgesehen von einigen Bewegungen mit den Händen – ich bediene die Maus und tippe auf der Tastatur –, einem angestrengten Gesichtsausdruck und einer krummen Haltung, muss ich mich für diesen Text nicht sonderlich viel bewegen. So ähnlich gilt das für jeden Schreibtischjob: sitzen, tippen, telefonieren, klicken.

Nicht jeder Beruf ist so: Viele bedürfen schwerer körperlicher Arbeit, Muskelkraft, Ausdauer. Bei anderen braucht man Fingerspitzengefühl, Finesse oder Geduld. Manche Berufe finden im Freien statt, bei Wind und Regen genauso wie bei sommerlicher Hitze. Arbeiter*innen bewegen sich in extremen Höhen oder tief unter der Erde, sie haben mit giftigen Emissionen, gefährlichen Tieren oder verletzten Menschen zu tun. Sie putzen, sie tätowieren und verkaufen. Sie ernten, reparieren und erschaffen. Die Liste an unterschiedlichen Berufen ist nahezu unerschöpflich.

Agora kürt das beste Foto zum Thema Arbeit

Die Foto-App Agora ist ein soziales Netzwerk für Fotograf*innen und Fotoliebhaber*innen auf der ganzen Welt und veranstaltet regelmäßig Miniwettbewerbe. Diesmal drehte sich alles um das Thema Arbeit. Nutzer*innen waren aufgerufen, ihr Verständnis von Arbeit in einem Foto darzustellen. Die fast 10.000 Einsendungen zeigten dabei erneut, wie divers Berufe weltweit sind. Eine Jury gab es nicht. Die User*innen der App sollten selbst eine Auswahl treffen und die Fotos mithilfe von Likes bewerten.

Die meisten Likes hat die Userin @ptkhanhhvnhs bekommen. Ihr Foto zeigt zwei Frauen, die gerade Wasserlilien waschen, aus der Vogelperspektive. Sie ist damit die Siegerin des Wettbewerbs mit einem Preisgeld in Höhe von 1.000 US-Dollar.

WINNING PHOTO 'Washing water lilies' by @ptkhanhhvnh (Vietnam)-foto-wettbewerb-agora-arbeit-beruf-job-arbeiten-geld
Washing water lilies, Foto: © @ptkhanhhvnh (Vietnam)

Den Auslöser drückte sie in Châu Đốc, einer Stadt in Vietnam. In dieser Gegend ist es Tradition, dass Frauen mit Booten die Flüsse und Seen abfahren und Seerosen pflücken, um sie im Anschluss zu reinigen und auf dem lokalen Markt zu verkaufen. Die Blume ist essbar und gilt als Delikatesse.

Hinter dem Usernamen @ptkhanhhhvnh steckt Khanh Phan. Sie stammt aus Quỳnh Phụ, einer ländlichen Gegend im Norden Vietnams, geboren in eine Bauernfamilie und heute alleinerziehende Mutter. Die 34-Jährige ist keine professionelle Fotografin, sondern Bankangestellte. Ihre Kamera kaufte sie sich 2017. Seither reist sie in ihrer Freizeit durch Vietnam, um die verborgenen Schönheiten ihres Heimatlandes einzufangen.

Sie erzählt, wie schwierig es sei, Fotografin und alleinerziehende Mutter zu sein. „Ich fotografiere allein und habe viele lebensbedrohliche Erfahrungen gemacht, wie zum Beispiel nachts allein auf einem Friedhof zu bleiben und auf den Sonnenaufgang zu warten, mit den Wellen am Hang Rai zu ringen, am Meeresufer von Phan Rang, auf Berge zu klettern oder durch Sümpfe zu waten“, sagt sie.+

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