So wirkt sich die Hitze auf Deutschland aus

Ernteausfall, Waldbrände, tote Fische, mehr Solarstrom und frühere Traubenlese – das sind die Auswirkungen der Hitze.

So wirkt sich die Hitze auf Deutschland aus

Eine Weizenähre hat den Brand auf dem Getreidefeld in Hessen überstanden. Foto: Andreas Arnold/dpa

Es bleibt heiß, wie es schon lange nicht mehr war. Am Dienstag soll es wieder bis zu 36 Grad in Deutschland geben. Als außergewöhnlich gilt die diesjährige Hitzewelle vor allem, weil sie schon so lange anhält. Der Meteorologe und Professor am Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, Mojib Latif, bestätigt gegenüber der Passauer Neuen Presse, was Klimafroscher*innen schon lange prophezeien: einen Anstieg der Temperaturen durch den Klimawandel. „Die Sommerhitze nimmt zu. Wir erleben immer mehr Hitzetage mit 30 Grad oder mehr“, erklärt er.

Ernteausfälle wegen Dürre

Die wochenlange Dürre könnte aus Sicht des Deutschen Bauernverbands nun viele Landwirt*innen ohne Hilfe bald in Existenznöte bringen, wie dpa berichtet. Sie verzeichnen geringere Getreideerträge, starke Trockenschäden bei Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben. Viele Viehhalter*innen hätten zudem Not, ihre Tiere zu versorgen, weil das Gras als Futter fehlt. Die Bauernverbände rechnen mit Ausfällen in Millionenhöhe. Wenn die Politik nicht mit Zuschüssen einspringe, würden die Preise für Nahrungsmittel steigen, heißt es beim Verband.

Die Dürre betrifft besonders die Kartoffel. 40 Prozent der Ernte könnten ausfallen und damit unter anderem die Preise für Pommes bald steigen. In der diesjährigen Ernte verzeichnete man generell Engpässe im Bezug auf die Knolle. Mit der Trockenheit spitze sich die Lage „dramatisch“ zu, sagt der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK), wie die Süddeutsche berichtet.

Von wegen kühles Nass

Deutschlands Gewässer erwärmen sich zunehmend und immer mehr Fische sterben. Besonders bedroht sind Fische in stehenden Gewässern wie etwa im Stadtparkteich in Bochum. Hunderte Fische verstarben. Deshalb pumpte die Feuerwehr am Sonntag 865.000 Liter Wasser raus und wieder rein, um den Sauerstoffmangel auszugleichen und die restlichen Fische zu retten. Auch die Fische im Rhein seien besonders gefährdet und viele sind bereits verstorben.

Waldbrandgefahr in Deutschland

In vielen Regionen Deutschlands – besonders im Norden und Osten – herrscht Waldbrandgefahr. In der Nähe des Autobahndreiecks Potsdam gingen am vergangenen Donnerstag rund 90 Hektar Kiefernwald in Flammen auf, wie dpa berichtet. In Mecklenburg-Vorpommern wurden bereits die ersten Wälder für Besucher*innen gesperrt.

Zahl der Badetoten steigt

Durch die heißen Temperaturen gehen mehr Menschen schwimmen und dadurch kommt es zu mehr Badeunfällen. In den ersten sieben Monaten diesen Jahres seien 279 Menschen ertrunken – das sind 37 Personen mehr als im Vorjahreszeitraum – teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) laut Tagesschau mit.

Mehr Solarstrom

Neben all den negativen Nachrichten liefert die Hitze auch etwas Positives: mehr Solarstrom. Aus Wind und Sonne ist im ersten Halbjahr 2018 im Norden und Osten Deutschlands deutlich mehr Energie gewonnen worden als in der Vorjahresperiode, berichtet heise online. Von dem beinahe durchgängig sonnigen Wetter seit April dieses Jahres profitieren die Betreiber*innen von Photovoltaik-Anlagen.

Wetter gut für den Wein

Während die Dürre der Landwirscht große Probleme macht, freuen sich die Winzer*innen über die Sonne. So startet die Traubenlese in diesem Jahr schon Anfang der kommenden Woche und damit so früh wie nie zuvor, wie die dpa berichtet. Der Entwicklungsstand der Reben sei um gut drei Wochen voraus, teilte das Deutsche Weininstitut mit.