„Spider-Man: Far From Home“: Spidey macht das Böse auch ohne die Avengers platt

Wie sieht die Welt nach Avengers: Endgame aus? Spider-Man: Far From Home erzählt Marvels Superheld*innen-Epos nahtlos weiter. Eine Kritik

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Spidey reist in seinem neuen Abenteuer nach Europa. Filmstill: © 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Eigentlich ist Spidey auf Urlaub in Europa und will nichts mit Weltretten zu tun haben. Nach den Erlebnissen aus Avengers: Endgame hat er sich die Verschnaufpause redlich verdient. Aber natürlich kommt es anders: Peter Parker alias Spider-Man (Tom Holland) gerät Hals über Kopf in den nächsten Kampf gegen das Böse. Da müssen seine Zuneigung zu MJ (Zendaya) und die Suche nach etwas Entspannung erst mal pausieren.

Auch wenn wir den Film nicht bis ins Detail vorwegnehmen, sei zur Sicherheit eine kurze Spoilerwarnung ausgesprochen: Falls ihr Avengers: Endgame noch nicht geguckt habt, solltet ihr das vor Far From Home nachholen. Spider-Mans Solo-Abenteuer schließt nämlich nahtlos daran an. Ohne viel Umschweife erzählt Regisseur Jon Watts, wie es für Peter Parker in einer Welt nach dem großen Thanos-Showdown weitergeht. Die Ereignisse fasst der Film nur kurz zusammen und drückt dabei ordentlich auf die Tränendrüse. Denn – Spoiler – Peter trauert noch immer um den Verlust von Tony Stark alias Iron Man.

Wenige Minuten später lässt Spider-Man: Far From Home die Rührseligkeiten hinter sich. Spider-Man verschlägt es, gemeinsam mit seinen Mitschüler*innen und Lehrer*innen, nach Europa. Die Sightseeing-Touren, inklusive allerhand US-amerikanischer Vorurteile, sowie Peters romantische Pläne mit MJ werden aber von Mysterio (Jake Gyllenhaal) vereitelt. Im Kampf gegen ein Wassermonster stehen er und Spider-Man zunächst noch Seite an Seite. Mit der Zeit kristallisiert sich erwartbar heraus, dass Mysterio auch eine dunkle Seite hat. Und wer muss ran? Weil die Avengers alle beschäftigt sind: natürlich Spidey.

Spider-Man: Far From Home weckt Schulerinnerungen

Regisseur Jon Watts und Marvel-Studios-Boss Kevin Feige möchten mit diesem Spider-Man-Film mehr auf die Persönlichkeit von Peter Parker und dessen Gefühlswelt eingehen. Das ist ihnen gelungen: Spider-Man: Far From Home fühlt sich, gerade in der ersten Hälfte, in vielen Momenten sehr nach High-School-Komödie an. Allerdings nicht romantisch-verklärt, sondern vor allem in Bezug auf den Humor und die zwischenmenschlichen Geschichten. Die Filmemacher*innen nehmen sich Zeit, die Bindung zwischen Peter und seinen Freund*innen ausführlicher als sonst zu beleuchten.

Ab der zweiten Hälfte liegt der Fokus dann wieder mehr auf Spidey und Mysterio und dem Kampf Gut gegen Böse. Das wiederum wird Actionfans freuen, denn gerade dann, wenn Mysterio richtig aufdreht, nimmt der Film an Fahrt auf.

Wer ist Mysterio und warum trägt er ein Aquarium auf dem Kopf?

Bereits im Trailer ist zu sehen, wie Mysterio mit wirbelnden Attacken Spider-Man zu seinem Spielball macht. Kenner*innen der Comics wissen nun natürlich, was es mit Mysterio und seinem Bezug zu Spider-Man auf sich hat, aber auch alle Neulinge werden abgeholt und dürften von Mysterios Fähigkeiten begeistert sein. In eindrucksvollen Bildern und mit einer ordentlichen Portion effektstarker CGI-Momente, zeigt das Marvel Cinematic Universe, was momentan technisch state-of-the-art ist und sorgt so für mehr als zwei Stunden erstklassige Superheldenunterhaltung.

Spider-Man: Far From Home ist ein gelungener Beweis dafür, dass Solo-Abenteuer immer noch funktionieren und holt auch den*die größte*n Marvel-Genervte*n aus der Schmollecke. Ein Tipp für Spider-Man-Neulinge: Die Geschichten mit Mysterio sind einige der interessantesten in der Comicwelt von Peter Parker. Wer also wissen will, was es mit Mysterio genau auf sich hat und warum er ein futuristisches Aquarium als Helm trägt, sollte nicht nur ins Kino, sondern auch in den nächsten Comicbuchladen gehen.


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