Staubsauger, Alkohol und Schulden – dafür habt ihr euer erstes Gehalt ausgegeben

Es ist ein großer Moment, zum ersten Mal im Leben selbst Geld zu verdienen. Unsere Leser*innen erzählen, wofür sie es verprasst haben.

Dafür habt ihr euer erstes Gehalt ausgegeben: Staubsauger, Alkohol und Schulden

„18, frisch in die WG gezogen und das erste Call-Center-Gehalt für eine 170-Euro-Jeans ausgegeben." Foto: Marcu Xu / Unsplash | CC0

Als Kind wollte ich diese Geschichte von meiner Mutter immer wieder hören. Jedes Mal begann sie damit: „Wir hattten ja damals nichts.“ Denn in dem kleinen Ort, in dem sie aufwuchs, gab es keinen Luxus. Vor allem nicht für Klamotten oder Schuhe. Trank man in der Bar beim Tanzen mal eine Cola, dann war das bereits der Höhepunkt. Aber mit dem ersten Job bekam meine Mutter ihr erstes Gehalt. An dieser Stelle muss festgehalten werden, dass meine Mutter ein wahnsinnig disziplinierter Mensch ist. Kontinuierlich alles Geld zu sparen, war das Credo der Familie. Das so oft wiederholt wurde, bis es allen in Haut und Haare überging. Mit dem ersten Gehalt in der Hand spazierte sie in ein Geschäft in der Stadt und kaufte sich weiße Lack-Leder-Stiefel. Mit Absätzen! Einfach so!

Diese Stiefel versinnbildlichten für mich ein modernes, urbanes Leben, das ich eines Tages auch leben wollte. Außerdem verriet mir die Geschichte, dass auch meine Eltern einmal jung waren und sich irrational verhalten haben. Als ich dann in einem Praktikum selbst mein erstes Gehalt erhielt, wusste ich genau, was ich wollte. Ich kaufte mir sündhaft teure Schuhe – hochhackig und in bunten Farben gestreift. Das Paar Stiefel steht noch heute in meinem Regal. Manchmal halte ich sie in meinen Händen und bin stolz. Nicht auf die Schuhe, da sie ziemlich hässlich, eine Nummer zu klein und eigentlich viel zu hoch zum Laufen sind, sondern auf mich, mein erstes Gehalt und meine Mama.

Wir haben ze.tt-Leser*innen gefragt, wofür sie ihr erstes Gehalt ausgegeben haben:

„Für das Hochzeitsgeschenk meines besten Freundes und seines Partners: zwei hochwertige Vintage-Uhren.“

„Ich habe meine Kumpels aus dem Uni-Wohnheim eingeladen und in einem etwas edleren Restaurant an der Ecke unserer Strasse den Erstlohn einfach versoffen. Mega Abend!“

„Von meinem allerersten Azubigehalt habe ich mir einen Ring gekauft, den ich mir schon ewig gewünscht habe. Noch heute trage ich ihn jeden Tag und wenn ich ihn ansehe, denke ich an den Stolz zurück, mit meiner eigenen Arbeit etwas erreicht und geleistet zu haben.“

„Ich bin direkt von der Arbeit in ein Geschäft, um mir alle Staffeln Friends auf BluRay zu kaufen.“

„Ich hab meine Schulden bei meinen Eltern bezahlt.“

„Spiegelreflexkamera und für meine erste Flugreise. Es ging nach London.“

„Ein hochwertiges Portemonnaie, damit das frische Geld gut verstaut ist.“

„Ich hab meine Oma und meinen Opa schick zum Essen ausgeführt. Die waren dann sehr, sehr stolz und haben sich gefreut. Omi hat sogar ein bisschen geweint vor Rührung, dass ich schon so erwachsen bin.“

Verratet es uns hier anonym: https://zeit.to/2tRpd5u

Gepostet von ze.tt am Mittwoch, 4. Juli 2018

„Um die Kaution für meine erste Wohnung und sonstige Schulden zu bezahlen.“

„Für den Führerschein und den Autokredit, den ich von meinem Vater bekommen und lange abgezahlt habe. Andere bekommen Unterstützung, wenn sie ins Leben starten, ich bekam Steine.“

„Staubsauger.“

„Ich hab meine ersten 200 Euro Gehalt komplett für Kleidung und Schuhe verprasst, weil vorher meine Eltern alles gekauft haben und ich wollte ihre Beratung nicht mehr. Ich wollte unbedingt auch mal was tragen, was daneben aussieht, einfach weil ich jung war.“

„Richtig gute Kopfhörer, um die nervigen Menschen beim Pendeln mit der Bahn nicht zu hören.“

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„Ich habe mir ein Paar neue Schuhe gekauft, das später noch eine Freundin weiter getragen hat. Ich war sehr stolz auf mein erstes Azubigehalt, obwohl es so unfassbar wenig war.“

„Meine ersten nagelneuen Skier.“

„Ich habe es gespart und bin davon verreist.“

„Für einen iPod Touch, der war damals noch total neu. Mann, war ich stolz.“

„Eigentlich wollte ich davon einen Motorradführerschein machen, am Ende bin ich umgezogen und musste davon Möbel kaufen.“

„18, frisch in die WG gezogen und das erste Call-Center-Gehalt für eine 170-Euro-Jeans ausgegeben.“