Steh zu deiner riesigen Nase, sie ist wunderschön!

Vergiss Schokoladenseiten! Dein Gesicht ist rundum schön. Eine Journalistin kämpft dafür, die gesellschaftlichen Vorurteile gegenüber sogenannten starken Profilen aufzubrechen.

Zeig, was du hast! Screenshot: Radhika Sanghani/Twitter

Langsam, genau genommen viel zu langsam, trauen sich die Medien, die Fashionindustrie und die Werbung vielseitigere Körperbilder in ihre heiligen, perfekten Hallen zu lassen. Frauen mit Dehnungsstreifen und sichtbarer Cellulite werben für entsprechende Produkte, Modelabels engagieren Frauen mit Hautkrankheiten oder geistiger Behinderung, Barbiepuppen kriegen endlich einen normal proportionierten Körper verpasst. Es passiert längst nicht alles, aber es passiert immer mehr.

Nosejob für die Karriere

Eins der übrig gebliebenen Tabus sind laut der Londoner Journalistin Radhika Sanghani große Frauennasen. Schaue sie nach Hollywood, würde sie etliche erfolgreiche Männer mit Zinken finden. Großnasige Frauen finde man hingegen kaum. Vielleicht eine Handvoll: Barbra Streisand, Lady Gaga, Lea Michele, Anjelica Huston und Meryl Streep. Und diese seien ständiger Kritik und dem Zwang, sich zu rechtfertigen, ausgesetzt. Es sei daher keine Überraschung, dass viele aufstrebende Schauspielerinnen schon vor dem Beginn ihrer Karriere eine Nasenoperation hatten, schreibt Sanghani auf Grazia Daily.

Stolz auf die Riesennase

Das soll sich ändern. Große Nasen sind schöne Nasen. „Frauen verstecken ihre Nasen auf Fotos immer noch, indem sie ihren Kopf ganz subtil so drehen, dass der Winkel ideal ist“, sagt Sanghani. Sie selbst habe früher Angst gehabt, ihr Gesicht auf einem Foto von der Seite zu zeigen, weil sie sich für ihre Nase schämte.

[Außerdem auf ze.tt:#embraceyoursquish: Sei stolz auf deinen Bauchspeck]

Deshalb rief sie den Hashtag #sideprofileselfie ins Internetleben. Damit fordert sie Frauen sowie Männer mit großen Nasen auf, ein Fotos ihres Seitenprofils in den sozialen Netzwerken zu posten. Es soll ihnen helfen, ihre Unsicherheiten zu überwinden und ein selbstbewusstes Leben mit einer prominenten Nase zu leben. Bei Sanghani hat es geholfen, mittlerweile ist sie stolz auf ihre Nase.

Die User*innen zogen mit und posteten fast 900 Nasen alleine auf Twitter. Sie zeigen: Ein Mini-Stupsnäschen à la Kate Middleton oder Mila Kunis ist keine Voraussetzung, um sich schön zu fühlen. Damit Großnasen auch in der Norm der Gesellschaft ankommen, brauchen sie Präsenz. Sowohl in Filmen als auch in Werbekampagnen, überall im alltäglichen Leben. Deswegen kommen hier die schönsten: