Süßigkeiten taugen nicht als Zutat für ein Fünf-Sterne-Menü? Oh doch

Die Köchin Christine Flynn kreiert für ihren Instagram-Account aus Überraschungseiern, Nachos und Gummibären teuer aussehende Menüs.

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Noch nie sahen trashige Süßigkeiten so gut aus. Screenshots: Instagram/@chefjacqueslamerde / Collage: ze.tt

Die Kombination aus Keksen, Donutbällchen und Flips kennt man in der Regel von eskalierenden Kindergeburtstagen, die mit Magenschmerzen und Durchfall enden. Oder von Sonntagen, an denen der Kater richtig kickt und das Verlangen nach Zucker und Salz gigantisch ist. In feinen Restaurants begegnet man dem Süßkram-Mix hingegen nie. Dabei hätten Schokolade, Chips und Gummizeug das Potenzial, auch in Sternelokalen kredenzt zu werden. Zumindest vom Aussehen her, wie die Fotos des Instagram-Accounts @chefjacqueslamerde beweisen.

Seit fünf Jahren postet die Köchin Christine Flynn auf ihrem Account Fotos von Junkfood, das sie wie Essen in einem Fünf-Sterne-Restaurant anrichtet – als kleine Portionen auf großen, weißen Tellern, garniert mit schwungvollen Vinaigrette-Spuren.

Ü-Ei-Cuisine

Christine Flynn arbeitet als Köchin in Toronto. Sie postet die kulinarischen Wunderwerke nicht unter ihrem Namen, sondern schlüpft auf ihrem Account in die Rolle des hysterischen Kochs Jacques La Merde. In einem Beitrag für das Magazin Bon Appetit erklärt sie, dass sie auf ihrem Account sowohl ihr Faible für Essen als auch ihren Hang zur Ironie auslebe. So lässt sie La Merde seine Bilder stets in Großbuchstaben betexten, witzelt über Foodtrends, verwendet Ausrufezeichen in Fülle und spricht die Follower*innen machomäßig als „Bros“ an.

Flynn betont in ihrem Beitrag, dass Nahrung ein politisches Thema sei und man bewusst darüber nachdenken sollte, welche Produkte man konsumiere. Eine emanzipatorische Bedeutung muss man ihrem Satire-Account dennoch nicht beimessen: „Ich hielt es für eine witzige Idee. Das ist alles“, schreibt Flynn. „Keine tiefere Bedeutung, keine versteckte Agenda, außer, Menschen zum Lachen zu bringen.“

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