Tausende Bärtierchen sollen auf den Mond gecrasht sein – und sie könnten überlebt haben

Eine israelische Raumsonde, die auf den Mond gestürzt ist, soll Tausende Erdlebewesen mit an Bord gehabt haben. Dabei handelt es sich um die wahrscheinlich resistentesten Lebewesen der Erde.

baertierchen

Screenshot: oohletmesee / | Instagram

Der Homo sapiens hat in seiner Zeit auf dieser Erde ja schon einiges er- und überlebt. Eiszeiten, Vulkanausbrüche, Dürrekatastrophen, Pest und Cholera. Und wer weiß, vielleicht schaffen es ein paar homines sapientes sogar bis ans Ende der Klimakrise. Aber die menschliche Resilienz ist noch nichts gegen die der Bärtierchen.

Denn die Bärtierchen, wissenschaftlich Tardigrada genannt, sind die womöglich tapfersten ihr-könnt-mir-gar-nichts-Lebewesen, die jemals auf unserer Erde existierten. Die etwa ein Millimeter großen Tierchen sehen zwar aus wie eine Kreuzung aus Gummibär, Floh und Raupe, aber sie sind deutlich robuster. Sie leben überall auf der Erde und können dank ihrer Fähigkeit zur Kryptobiose ihren Stoffwechsel so regulieren, dass sie noch die unwirtlichsten Bedingungen über lange Zeiträume hinweg überleben können.

Nun können sie auf dem Mond beweisen, wie hart sie wirklich sind

Im April dieses Jahres ging bei der Landung einer israelischen Mondsonde der Arch Mission Foundation technisch einiges schief. Die Sonde zerschellte auf der Mondoberfläche. Mit an Bord war eine Ladung Bärtierchen, als Teil einer Bibliothek, mit der die Mission eine Art Archiv der Erde auf dem Mond hinterlassen wollte – falls es irgendwann keine menschlichen Überbleibsel auf der Erde mehr geben sollte, ließe sich so zumindest auf dem Mond nachlesen, was es mit uns auf sich hatte.

Doch was uns an dieser Stelle interessiert: Haben die Bärtierchen überlebt? Falls ja: Was stellen sie auf dem Mond wohl gerade an? Leider sehr wahrscheinlich nicht viel. Denn die Tierchen, sollten sie den Crash überlebt haben, waren getrocknet, also in eine Art Dämmerschlaf versetzt. Um zum Leben zu erwachen, bräuchten sie Sauerstoff, Wasser und Futter – Dinge, die es auf dem Mond nicht gibt.

Oder könnten sie es trotzdem geschafft haben?

Nova Spivack, Gründer der Arch Mission Foundation, glaubt fest an die Bärtierchen. Er sagte der Nachrichtenagentur AFP: „Wir glauben, dass die Überlebenschancen der Bärtierchen äußerst hoch sind.“

Um herauszufinden, ob das stimmt, müssen wir noch ein Weilchen warten. Erst 2024 sollen das nächste Mal zwei Menschen auf dem Mond landen, die dann nachgucken können, was aus den Bärtierchen so geworden ist.