Thomas Gottschalk entschuldigt sich für rassistischen Tweet

Der Moderator hat seine DNA aufschlüsseln lassen. Auf Twitter äußerte er sich in dem Zusammenhang rassistisch gegenüber Osteuropäer*innen – und bat Tage später um Entschuldigung.

Nicht das erste Mal, dass er um Verzeihung bittet: Thomas Gottschalk

Nicht das erste Mal, dass er um Verzeihung bittet: Thomas Gottschalk © Getty Images

Thomas Gottschalk, der langjährige Moderator der TV Show Wetten, dass…? hatte seine DNA aufschlüsseln lassen. Das Ergebnis teilte er auf Twitter mit. Er schrieb unter anderem, dass er in seiner Kindheit wohl wegen seiner osteuropäischen Wurzeln so viel geklaut habe.

Die Reaktionen kamen prompt. Twitter-Nutzer*innen wiesen Gottschalk darauf hin, dass der Witz xenophob sei und rassistische Vorurteile gegenüber Menschen aus Osteuropa schüre.

Aber auch „Ja, darf man denn gar nichts mehr sagen?“ und „Was soll daran denn nun rassistisch sein?“-Rufe kamen auf. Der ehemalige Geschäftsführer der Rezeptedatenbank chefkoch.de Robert Franken mischte sich daraufhin kurzerhand in die Twitter-Debatte ein und erklärte prägnant und humorvoll, was an Gottschalks Tweet rassistisch ist.

Offenbar sah auch Gottschalk selbst Klärungsbedarf. Auf der Jubiläumsveranstaltung der Katholischen Journalistenschule, die er selbst besucht hatte, sagte er, der Tweet sei ein blöder Witz gewesen. Das meldet die dpa. Weiter sagt er: „Ich bin und werde nie ein Feind von irgendjemand sein – Ausländern, Inländern, egal“. Er bereue den Tweet.

Thomas Gottschalk muss sich nicht zum ersten Mal entschuldigen

Thomas Gottschalk bittet nicht zum ersten Mal um Entschuldigung. 2007 hatte er während der Sendung „Wetten, dass…?“ gesagt: „Bierdosen sind doch ,Hartz IV‘-Stelzen“, wie die Rheinische Post berichtete. Das Erwerbslosen Forum Deutschland hatte daraufhin eine Entschuldigung gefordert und das ZDF gebeten, den Moderator zu bitten, klar zu stellen, dass Hartz IV-Emfpänger*innen keine Alkoholiker*innen seien.

[Außerdem auf ze.tt: Politikerinnen als Mutti und Mädchen zu bezeichnen ist respektlos]

Dass er auch dieses Mal um Entschuldigung bittet, zeigt, dass Menschen in der Lage sind, nachträglich zu reflektieren, ob eine Aussage angebracht oder unangebracht, humoristisch oder rassistisch ist. Dass Thomas Gottschalk, der bereits seit Jahrzehnten eine Person des öffentlichen Lebens ist und der den Unterschied von Humor und Rassismus schon lange kennen sollte, sich überhaupt zu so einem Tweet hinreißen ließ, zeigt aber vor allem, dass es noch viel Bedarf zu geben scheint, den Unterschied zwischen „einem blöden Witz“ und Rassismus immer wieder deutlich zu machen.