Tiere zeichnen, backen, in den Kühlschrank starren: Das machen wir, wenn wir prokrastinieren

Es wäre allerhöchste Zeit, XY nun endlich zu erledigen. Stattdessen putzen wir, schlagen Zeit tot oder bemitleiden uns erstmal selbst. Wir erzählen euch, wie wir am liebsten prokrastinieren.

Was du tust, während du was anderes tun solltest

Am Ende besitze ich halb so viel wie zuvor und bin glücklich, weil ich zumindest meinen Kleiderschrank unter Kontrolle habe, wenn schon mein Leben nicht! Illustration: Elif Küçük / ze.tt

Habe ich Stress, werde ich zu Marie Kondo. Egal, ob eine wichtige Abgabe ansteht, ich dringend Formulare ausfüllen müsste oder endlich meine Steuererklärung machen sollte, ich beginne aufzuräumen und auszumisten. Und das schon seit vielen Jahren und nicht erst seit dem Netflix-Trend rund ums Aufräumen.

Am liebsten miste ich meinen Kleiderschrank aus, frage mich bei jedem Teil, ob es mich glücklich macht, und wann ich es zum letzten Mal getragen habe. Das Wunderbarste an dieser Form von Prokrastination ist, dass es sich endlos weiterführen lässt. Schließlich fällt mir die Bluse auf, die ich nie trage, weil sie zerknittert ist, und beginne zu bügeln. Dann finde ich die Kleidung mit Flecken, die nicht rausgehen, und beginne, Reinigungsmittel zu recherchieren.

Am Ende besitze ich halb so viel wie zuvor und bin glücklich, weil ich zumindest meinen Kleiderschrank unter Kontrolle habe, wenn schon mein Leben nicht. An den folgenden Tagen brauche ich morgens nur fünf Minuten, da alle Outfits sortiert und vorbereitet sind, und sitze dafür abends etliche Stunden, um den bürokratischen Kram zu erledigen.

Prokrastination bedeutet extremes Aufschieben einer Arbeit, obwohl eine Vertagung nicht nötig wäre. Es endet damit, dass Arbeiten gar nicht oder nur unter extremem Druck fertiggestellt werden, definiert Wikipedia. Ich bin damit nicht allein. Auch einige meiner Kolleg*innen kennen das. Ihre liebsten Tätigkeiten – anstatt für die Uni zu lernen oder Artikel zu schreiben – findet ihr hier:

Viva la Hausarbeit!

„Kochen! Gerade kurz vor den Abgabeterminen für Hausarbeiten artet das immer weiter aus. Am Ende stehen mehrere Gänge auf dem Tisch, für die ich stundenlang eingekauft habe, und deren Vorbereitung ewig dauert. Danach bin ich dann leider so voll, dass ich auch nicht mehr weiterschreiben kann. Schade!“

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Alles für die Küche

„Als ich für die Uni Hausarbeiten schreiben musste, haben sich meine Mitbewohner*innen damals über mein eingelegtes Obst und Gemüse freuen dürfen. Außerdem habe ich angefangen zu backen, obwohl ich überhaupt nicht auf Süßkram stehe. Auch darum mussten sich meine Mitbewohner*innen dann kümmern. Die Armen.“

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Hauptsache sauber

„Ich beginne zur Prokrastination mit Staubsaugen. Als ich letztes Jahr meine Steuererklärung, die ich by the way schon drei Mal beim Finanzamt verlängert hatte, machen wollte, begann ich zu putzen. Die Steuererklärung hab ich dann in der Nacht vor der Abgabe gemacht – in meiner unfassbar sauberen Wohnung.“

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Schrubben, aber anders

Als ich früher in Klausurphasen zu Hause gelernt habe, habe ich in der Regel fast jede Stunde masturbiert. Irgendwann wurde es zu einem Ritual. Und lange dachte ich, dass ich die Einzige bin, die es praktiziert, bis mein bester Freund mir erzählte, dass er es auch tut. Und heute? Ich hätte jeden Grund, damit weiterzumachen, muss aber in einem Gemeinschaftsbüro arbeiten.“ 

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But first: Instagram

„Ich erzähle allen davon, wie dringend ich XY erledigen muss. Wirklich allen. Und ständig. Am besten noch mehrmals täglich in meiner Instagramstory. Damit es auch wirklich jede*r mitbekommt, wie wirklich dringend ich das tun muss. Und eigentlich hätte ich das ja schon vor Tagen tun sollen, aber da war ich zu beschäftigt damit, es allen mitzuteilen.“

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1:0 gegen sich selbst verlieren

„Ich denke so lange darüber nach, wie ich am geschicktesten und cleversten mit der Aufgabe beginnen kann, damit sie schnell erledigt ist, bis es a) zu spät ist und ich zu müde bin oder ich b) zu hungrig oder c) zu genervt von mir selbst bin und resigniere.“

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Tiere zeichnen und in den Kühlschrank glotzen

„Ich beginne, willkürlich Dinge zu zeichnen, meistens Tiere. In Cartoonform, weil ich es nicht besser kann. Wenn ich zum Beispiel die Wohnung putzen sollte, zeichne ich. Wenn ich eigentlich lernen sollte, putze ich. Noch nie war meine Wohnung so sauber wie in der Masterarbeitszeit. Oft gehe ich zum Kühlschrank, öffne die Türe, glotze hinein, schließe die Türe wieder und gehe. Ich nehme nichts heraus, esse nichts, schaue nur.“

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Nur noch EINE Zigarette, dann…

„Rauchen funktioniert auch immer: ‚Noch eine Zigarette, dann räume ich aber wirklich auf‘, sage ich mir dann. Stimmt halt nie.“

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Beste Vorsätze sind kein Anfang

„Ich will immer so vieles erledigen, aber schlafe dann doch einfach.“

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Ups und sechs Stunden vorbei

„Ich verfalle in letzter Zeit immer wieder Podcasts. Setze mich aufs Sofa, weil ich eigentlich einen Artikel schreiben oder recherchieren will. Dann höre ich meinen guilty pleasure Fest & Flauschig und glotze dabei in die Luft – und schwupps, 1,5 Stunden sind vorbei. Letztens ist es mir mit dem Alles gesagt-Podcast so gegangen. Da waren dann sechs Stunden vorbei.“

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