Tiere zeichnen: So schön sieht Scheitern aus

Ein Tier nach einer Vorlage zeichnen? Sollte einfach sein, kann aber richtig schiefgehen. Die besten Fehlversuche sammelt der Twitteraccount Poorly Drawn Animals.

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Links: ein Foto von einem Hamsterpopo. Rechts: die Zeichnung von ebendiesem Hamsterpopo. Screenshot: @PoorlyDraws

Es gibt Gemälde, die überwältigen diejenigen, die sie betrachten. Sie sind komplex und vielschichtig und man entdeckt bei jedem Betrachten ein neues Detail. Das Gemälde Die Freiheit führt das Volk von Eugène Delacroix zum Beispiel. Neben der detailreichen Darstellung hat das Gemälde auch noch eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung: Es zeigt den blutigsten Tag der Französischen Revolution, eines der wichtigsten Ereignisse der westlichen Demokratiegeschichte. Das Kunstwerk ist mittlerweile eine französische Kulturikone und hat zahlreiche weitere Kunstschaffende inspiriert – von der Figur des Gavroche in Victor Hugos Roman Les Misérables bis zum Titelbild für das im Juni 2008 erschienene Album Viva la Vida or Death and All His Friends der Band Coldplay.

Es gibt solche Kunstwerke. Und es gibt den Twitteraccount Poorly Drawn Animals. Auf diesem werden überwiegend Hamster und Katzen aber auch Gänse und Igel mit wenigen Strichen illustriert. Dass eines der Werke jemals im Louvre hängen wird, ist aus jetziger Perspektive noch nicht abzusehen – Hamsterpopos werden derzeit nicht als brisanteste Entwicklung im Kunstbusiness eingeschätzt. Ein süßer Mittagspausenhit sind die Illustrationen, Louvre hin oder her, aber allemal. Den Account gibt es erst seit August 2019, seitdem hat er bereits über 45.000 Follower*innen gesammelt.

Hinter den Zeichnungen steckt übrigens nicht nur ein*e Künstler*in: Der Account fordert explizit dazu auf, Tiere zu zeichnen und die Zeichnung samt dem Foto, das als Vorlage diente, einzureichen. Die schlechtesten Bilder veröffentlicht der Account in seinem Feed. Wen am Arbeitsplatz mal wieder Langeweile plagt, weiß, was zu tun ist.