Trump scheitert daran, Transmenschen aus dem Militär auszuschließen

Ein US-Gericht beschließt, dass ab Januar 2018 transsexuelle Menschen offiziell ins Militär aufgenommen werden müssen. Das hilft auch denen, die bereits dienen.

Die Veteranin Tanya Walker auf einer Demo Ende Juli in New York. Trump hatte kurz zuvor ankündigt, Transmenschen aus dem Militär auszuschließen.

Die Veteranin Tanya Walker auf einer Demo Ende Juli in New York. Trump hatte kurz zuvor ankündigt, Transmenschen aus dem Militär auszuschließen. © Gettyimages

Transmenschen im US-amerikanischen Militär können aufatmen: Ein US-Gericht hatte gestern Trumps Antrag auf Verlängerung des Verbots über die Aufnahme von transsexuellen Menschen ins Militär abgelehnt. Bis einschließlich dieses Jahr durften sich Transsexuelle offiziell nicht im US-amerikanischen Militär verpflichten.

Während seiner Amtszeit hatte Barack Obama das Einstellungsverbot für Transmenschen zum 1. Juli 2017 außer Kraft setzen lassen. Präsident Trump hatte daraufhin auf Twitter verkündet, diese diskriminierende Personalpolitik zu verlängern. Mit diesem Vorhaben ist er jetzt offiziell gescheitert.

Nicht nur zukünftige Rekrut*innen wären betroffen gewesen

Unter den Transsexuellen, die zu diesem Zeitpunkt bereits im US-amerikanischen Militär dienten oder eine Ausbildung absolvierten, sorgte das für eine positive Überraschung. Eine Verlängerung des Verbots hätte nicht nur bedeutet, dass sich keine neuen transsexuellen Bewerber*innen verpflichten hätten können, sondern hätte auch jene betroffen, die bereits seit längerer Zeit dienten. Ein Einstellungsverbot wäre auch im Fall einer Beförderung oder Versetzung wirksam geworden.

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Brynn Tannehill ist Vorsitzende des Trans United Fund, einer Organisation, die sich für die Anerkennung der Rechte von Transmenschen einsetzt. Tannehill, die seit den 1990er-Jahren im Militär dient, wäre eine der Personen gewesen, die von dem Verbot betroffen gewesen wäre. Sie begann 2010 mit einer Geschlechtsumwandlung. Sie pausierte ihre militärische Laufbahn, weil sie befürchtete, mit einer Beförderung oder Versetzung ihren Arbeitsplatz zu riskieren.

Transmenschen sind eine Bereicherung für das Militär

„Trans zu sein hat dazu beigetragen, dass ich ein ungewöhnlich hohes Maß an Einfühlungsvermögen entwickelt habe“, sagte die im Militär als Major dienende Jennifer Peace in einer Podiumsdiskussion zum Thema Transgender im Militär. „Jetzt wo ich in einer führenden Position bin, kommt mir diese Eigenschaft sehr zu Gute.“ Pence reagiert damit auf die wiederholten Anschuldigungen durch die Trumpregierung, in denen angezweifelt wird, dass Transmenschen überhaupt fähig seien, im Militär zu dienen.

Seit 2011 dürfen Lesben, Schwule und Bisexuelle offiziell im US-amerikanischen Militär dienen. Seitdem hatte auch die Trans-Community darauf gehofft, ebenfalls endlich juristisch als Angestellte im Militärdienst anerkannt zu werden. Jetzt, wo die formale Hürde überwunden ist, gilt es für sie daran zu arbeiten, die persönlichen Barrieren aus Vorurteilen und Schweigen abzubauen.