Trump verweigert McCain die offizielle Ehre – Obama schafft es

Anscheinend untersagte Trump dem Weißen Haus, eine offizielle Kondolenzmitteilung zum Tod John McCains zu veröffentlichen. Stattdessen widmete er ihm nur einen knappen Tweet. Barack Obama wählte ein anderes Vorgehen.

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Auf diesem Foto von 2013 bespricht Barack Obama mit John McCain mögliche Strategien für Syrien. Foto: Pete Souza / Pressebüro Weißes Haus via Getty Images

Update: Inzwischen hat sich Donald Trump ausführlicher zu dem Tod des Senators John McCain geäußerst und ordnete am Montagabend Trauerbeflaggung an.

John McCain und Donald Trump waren Erzfeinde. Ihre jeweilige Mitgliedschaft in der republikanischen Partei war das Einzige, was die beiden gemeinsam hatten. Am Samstag war John McCain an einem Gehirntumor gestorben. Repbulikaner*innen, Politiker*innen und viele andere hatten am Tod des Politikers daraufhin Anteil genommen und ihm einen Nachruf gewidmet. Nicht jedoch das Weiße Haus. Dabei berichtete der Nachrichtensender CNN, dass dort bereits ein Kondolenzschreiben für McCain vorbereitet gewesen sei. Donald Trump habe dessen Veröffentlichung jedoch untersagt. Stattdessen twitterte Trump selbst. In seinem knappen Tweet würdigte er weder dessen Karriere im Senat, noch seine Zeit im Militär.

McCain und Trump trennten persönliche und politische Differenzen

Der US-Präsident hatte einst an John McCain – der fast fünf Jahre in vietnamesischer Kriegsgefangenschaft verbrachte und dort gefoltert wurde – adressiert, dass er Kriegshelden, „die sich nicht gefangen lassen nehmen würden“ solchen wie McCain vorziehen würde.

[Außerdem auf ze.tt: Kritik an Trump aus den eigenen Reihen: Warum erst jetzt?]

Anders als Trump stand der konservative Politiker McCain immer dafür ein, andere Menschen trotz ihrer möglicherweise unterschiedlichen Haltungen oder Ansichten zu akzeptieren. Im Präsidentschaftswahlkampf  2008 bezeichnete er zum Beispiel seinen damaligen Konkurrenten Obama als „einen anständigen Menschen“ und versicherte aufgebrachten Obama-Kritiker*innen, dass er sich selbst zwar für den besseren Kandidaten halte, sie aber keine Angst vor einer Regierung unter Obama zu haben bräuchten.

Obama schafft, was Trump nicht gelingt

McCain hatte aufgrund persönlicher und politischer Differenzen mit Trump vor seinem Tod veranlasst, dass dieser nicht zu seiner Beerdigung kommen solle. Anstelle des amtierenden Präsidenten, sollen die ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush und Barack Obama auf McCains Beerdigung sprechen. Barack Obama hatte – im Gegensatz zum amtierenden Präsidenten – ein offizielles Kondolzenzschreiben zum Tod des Politikers veröffentlicht.

John McCain wird am Freitag im Kapitol in Washington aufgebahrt und offiziell verabschiedet.