Um 180 Grad gedreht: Erkennt ihr, vor welchen Sehenswürdigkeiten ihr hier steht?

Die Umgebung von Sehenswürdigkeiten wie dem Schiefen Turm oder des Taj Mahals ist oft erstaunlich trostlos. Fotograf Oliver Curtis zeigt diese Orte. Erkennt ihr, wo die Fotos gemacht wurden?

sehenswürdigkeiten oliver curtis

Fotograf Oliver Curtis ermöglicht einen ungewöhnlichen Blick auf bekannte Sehenswürdigkeiten. Foto: li. © Oliver Curtis / re. Julian Yu / Unsplash

Wenn uns Hollywoodfilme wie Independence Day eines gelehrt haben, dann, dass im Falle einer Alieninvasion zuallererst einmal die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Erde angegriffen werden würden. Klar, was wäre bei der Vernichtung der Menschheit nicht auch strategisch sinnvoller, als zuerst einmal den Schiefen Turm von Pisa zu pulverisieren? Nun, Filmfans wissen natürlich, dass Filmemacher*innen diesen Trick anwenden, um den Zuschauenden eine geografische Einordnung des Geschehens zu vermitteln. Schiefer Turm? Das ist Italien! Irgendeinen Parkplatz hingegen würden wohl nur die wenigsten erkennen. Um aber auch diesen Plätzen abseits der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Welt zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen, darum kümmert sich Fotograf Oliver Curtis.

Für seine Bilderreihe Volte-face (etwa: Verdrehtes Gesicht) fotografiert er, was sich hinter den berühmtesten Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen der Erde abspielt. Anstelle der bekannten Postkartenmotive bekommt man auf seinen Fotos das zu sehen, was man normalerweise nicht weiter beachtet.

Die Idee für das Projekt kam dem Engländer auf einer Reise zu den Pyramiden von Gizeh in Ägypten. Natürlich beeindruckten ihn die rund 140 Meter hohen Bauwerke, doch was ihn mehr faszinierte, war die Ruhe, die er bemerkte, als er sich von ihnen abwandte.

In den darauffolgenden vier Jahren besuchte Curtis über 40 Sehenswürdigkeiten auf der ganzen Welt, um sich vor ihnen umzudrehen, mal um 180, mal um 90 Grad, und die Szenerie auf sich wirken zu lassen. „Ich versuche, überfotografierte Orte aus einer neuen Perspektive zu betrachten“, sagt er. Denn seiner Ansicht nach würden die Wahrzeichen immer weiter an ihrem kulturellen Wert verlieren, je öfter sie fotografiert werden. „Fotos von berühmten Denkmälern tragen zu keinem Verständnis der Orte bei, an denen sie geschossen wurden.“ 

Für den Moment sieht Oliver Curtis sein Fotoprojekt als abgeschlossen und möchte sich nun neuen Projekten widmen, die näher an seinem Zuhause in London liegen. Für ihn ist aber klar, dass er weiterhin die Dinge betrachten möchte, die normalerweise keine Beachtung erhalten. „Ich glaube, ich interessiere mich mehr für das, was fehlt als für das, was vorhanden und sichtbar ist“, sagt er.