US-Drogeriekette verbannt gephotoshoppte Models von ihren Produkten

Bearbeitete Fotos auf Schönheitsprodukten erhöhen den Druck, selbst makellos zu sein. Die US-Drogeriekette CVS möchte das in ihren Läden ändern.

Unecht – echt.

Unecht – echt. © CVS

Wie kaufen wir Pflegeprodukte? Meist versprechen die Verpackungen eine innovative Wirkung mit nie dagewesenen Ergebnissen. Schuppenfrei in 24 Stunden, faltenfrei in drei Wochen, Augenringe mit sofortiger Wirkung passé. Diese Versprechungen sind oft mit Beweisfotos von wunderschönen Menschen untermauert. Auf den Bildern sind dann die gesündesten Kopfhäute der Welt zu sehen und Gesichter von Personen, die so straff und rein sind, dass wir eifersüchtig werden. Klar wollen wir das auch.

Leider vergessen wir dabei allzu schnell, dass diese Fotos keineswegs real sind. Nicht nur sind Models auf den Fotos geschminkt, sondern auch mit Bildbearbeitungsprogrammen verändert. Ein bisschen schlanker, ein bisschen jünger, ein bisschen glänzender. Eine Wirkung, die wir selbst mit der tollsten Creme, dem besten Haarshampoo und den neuartigsten Pillen nicht hinbekommen. Dementsprechend enttäuscht sind wir. Die Schuld? Die suchen wir natürlich bei uns selbst, denn wie sehr ein Bild bearbeitet wurde haben wir schließlich vergessen.

Ein Wasserzeichen für mehr Transparenz

Dem ist sich auch Helena Foulkes, Vizevorständin von CVS Health Vorständin von CVS Pharmacy, einer der größten Drogerieketten der USA, bewusst: „Laut Statistiken fühlen sich 80 Prozent der Frauen schlechter, nachdem sie Werbung für Schönheitsprodukte gesehen haben, und 42 Prozent der Mädchen in den Grundschulstufen eins bis drei wollen schlanker sein. Für uns ist das ein Gesundheitsproblem.“ Selbst laut der American Medical Association (AMA), der größten Standesvertretung des medizinisches Fachpersonals wie auch Medizinstudent*innen in den USA, würde die „Verbreitung unrealistischer Körperbilder der Gesundheit schaden“.

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Als Frau, Mutter und Vorständin eines Unternehmens, dessen Kund*innen überwiegend Frauen sind, sei sich Foulkes ihrer Verantwortung bewusst. In einer Presseaussendung ließ sie verkünden, dass CVS Health eine so genannte Beauty Mark einführen werde. Dabei handelt es sich um ein Wasserzeichen, das unbearbeitete Bilder auf Produkten kennzeichnen soll. Das gilt für alle nachträglichen Änderungen der Körpergröße und -form, der Proportionen, der Haut- oder Augenfarbe und für Falten und andere individuelle Charakteristika. Neben den Produkten soll auch die Website, das Marketingmaterial und alle Social-Media-Auftritte frei von digital veränderten Fotos sein.

Andere Marken sollen nachziehen

Das Unternehmen legt anderen Firmen, welche ihre Produkte ebenso bei CVS verkaufen, nahe nachzuziehen. Andernfalls müssten sie mit Konsequenzen rechnen. „Als Teil der Initiative ist Transparenz für alle Bilder von Schönheitsprodukten, die nachträglich verändert wurden, in unseren Läden bis Ende 2020 verpflichtend“, steht in der Pressemitteilung. Das bedeutet: Andere Marken verzichten entweder ebenso auf eine Nachbearbeitung oder CVS wird darauf mit einem Label hinweisen.

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Damit möchte die Drogeriekette Konsument*innen helfen, sich auf authentischer Basis für den Kauf eines Produktes zu entscheiden und damit realistische Erwartungen an deren Wirkung zu haben. Mit 9.600 Standorten in den USA könnte CVS damit tatsächlich erfolgreich sein.