US-Midterms: Noch nie saßen so viele Frauen im Kongress

Die Midterm-Wahlen in den USA sind nicht nur ein Sieg für Demokrat*innen, sondern auch für Frauen. Trotzdem bleibt weiterhin viel zu tun.

US-POLITICS-ELECTION-VOTE

Die beiden Abgeordneten Ayanna Pressley (links) und Katherine Clark sind kurz davor, Senatorin Elizabeth Warren (nicht im Bild) auf die Bühne zu holen. © Joseph Prezioso/AFP/Getty Images

Man könnte es ein historisches Wahlergebnis nennen. Nicht weil sich die Demokrat*innen bei den Midterm-Wahlen vergangenen Dienstag die Mehrheit im Repräsentantenhaus zurückerobert haben, sondern weil die Plätze dort insgesamt noch nie von so vielen Frauen besetzt waren.

Der US-Kongress setzt sich aus dem Repräsentantenhaus und dem Senat zusammen. Am Dienstag wurden alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses und 35 der 100 Senator*innen neu gewählt. Einige Bundesstaaten wählten gleichzeitig auch ihre Gouverneur*innen. Noch sind nicht alle Stimmen ausgezählt (Stand: 10:35 Uhr), doch schon jetzt ist klar: Die demokratische Partei hat sich die Mehrheit im Repräsentantenhaus zurückgeholt, der Senat bleibt hingegen in republikanischer Hand.

Das gab’s noch nie bei den US-Wahlen

  • Alexandria Ocasio-Cortez hatte bis vor zwei Jahren noch als Kellnerin gearbeitet. Jetzt zieht sie als jüngste Abgeordnete in der US-Geschichte zwei Jahre für die Demokrat*innen ins Repräsentantenhaus.
  • Rashida Tlaib und Ilhan Omar, zwei Demokratinnen aus den US-Bundesstaaten Michigan und Minnesota, sind die ersten muslimischen Frauen, die jemals ins Haus gewählt wurden.
  • Demokratin Ayanna Pressley ist Massachusetts‘ erste Schwarze Frau im Repräsentantenhaus.
  • Sharice Davids aus Kansas und Deb Haaland aus New Mexico sind die ersten Native Americans im Haus.
  • Veronica Escobar und Sylvia Garcia aus Texas sind die ersten lateinamerikanischen Frauen im Repräsentantenhaus.
  • Jahana Hayes ist Connecticuts erste Schwarze Frau im Repräsentantenhaus.
  • Jared Polis von Colorado ist der erste offen schwule Mann, der zum Gouverneur gewählt wurde.

Von allen 277 Kandidatinnen, die sich für den Kongress oder als Gouverneurin aufgestellt hatten – sowohl auf demokratischer als auch republikanischer Seite – haben zum jetzigen Zeitpunkt 116 Frauen gewonnen.

Was die Midterm-Wahlen für Trump bedeuten

Eine demokratische Mehrheit im Haus könnte nun bedeuten, dass all die Untersuchungen gegen US-Präsident Trump, die bisher von den Republikaner*innen verhindert wurden, Realität werden. Vor allem bezüglich seiner Steuererklärungen, der Wahlkampffinanzierung bei der Präsidentschaftswahl 2016 und der Wahlmanipulation durch Russland könnte das Repräsentantenhaus nun Prüfungen einleiten, Zeug*innen vorladen und Dokumente einfordern. Donald Trump spricht auf  Twitter hingegen von einem „großartigen Erfolg heute Nacht“.