US-Professorin Jessica Krug gab sich jahrelang als Schwarze Frau aus – ist aber weiß

Jessica Krug ist Professorin für afroamerikanische Studien an der George Washington University. Nun hat sie öffentlich gemacht, dass sie ihre Mitmenschen jahrelang getäuscht hat.

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Jessica Krug unterrichtet afroamerikanische Geschichte. Screenshot: © Twitter/ Duke University Press / Bearbeitung: © ze.tt

Der Fall erinnert stark an Rachel Dolezal, eine vermeintlich Schwarze Bürgerrechtsaktivistin, die vor fünf Jahren als weiße Frau aufflog. Und nun Jessica A. Krug, Professorin für afroamerikanische Studien an der George Washington Universität in Washington DC. Als Aktivistin nannte sie sich Jessica La Bombalera und gab vor, eine Schwarze Frau zu sein.

Doch nun hat sie in einem Medium-Beitrag wohl ihre wahre Identität geoutet. Dort heißt es: „Zu einem großen Teil habe ich während meines Erwachsenenlebens meine Erlebnisse als weißes jüdisches Kind in Kansas City unter verschiedenen Schwarzen Identitäten, die ich nicht hätte annehmen dürfen, verschleiert.“

In ihrem letzten Buch Fugitive Modernities hatte Krug in der Danksagung außerdem geschrieben: „Meine Vorfahren, unbekannt und unbenannt, sind in eine Zukunft hineingeblutet, von der sie nicht annehmen konnten, dass sie überhaupt existieren würde.“

In ihrem Post auf Medium gibt sich Krug nun reuevoll: „Menschen haben mit mir und für mich gekämpft, und meine andauernde Aneignung einer Schwarzen karibischen Identität ist nicht nur massiv falsch – unethisch, unmoralisch, anti-Schwarz und kolonialistisch – sondern bedeutet auch, dass ich die, die ich liebe, ständig betrogen und hintergangen habe.“ Weiter schreibt sie, dass psychische Probleme eine Erklärung für ihr Verhalten sein könnten, jedoch keine Entschuldigung.

„Sie hat es gemacht, weil jemand ihr auf die Schliche gekommen ist“

In den sozialen Medien melden sich seitdem Menschen zu Wort, die Krug kennen. So schreibt Autor Hari Ziyad auf Twitter: „Jess Krug, Professorin in Washington, ist jemand, die ich bis heute morgen, als sie mich anrief und alles zugab, noch Freundin genannt habe. Sie hat es nicht aus Wohlwollen zugegeben. Sie hat es gemacht, weil jemand ihr auf die Schliche gekommen ist.“ Andere verurteilen ihr Verhalten als schändlich und hinterhältig.

Krug selbst schreibt: „Ich glaube, dass Cancel Culture ein wichtiges und notwendiges Instrument für jene mit weniger struktureller Macht ist. Ihr solltet mich canceln und ich cancel mich selber.“ Krugs Arbeitgeber, die private George Washington Universität gab an, dass sie von Krugs Beitrag wisse und die Angelegenheit untersuche.