Von wegen brotlose Kunst: #KunstGeschichteAlsBrotbelag

Auf Twitter verbinden User*innen Lebensmittel mit Hochkultur: Unter #KunstGeschichteAlsBrotbelag finden sich so manche essbare Schätze der Kunstgeschichte.

Ob zum Frühstück, Mittag oder Abendbrot: Stulle geht immer. Dass es aber nicht nur der langweilige Belag sein muss, zeigte vergangene Woche eine Twitter-Userin: Unter #KunstGeschichteAlsBrotbelag postete die Bloggerin Marie Sophie Hingst eine Brotscheibe, die sie, inspiriert vom niederländischen Künstler Piet Mondrian, mit im Quadrat angeordneten Beeren, Tomaten und Käse belegte. Was eigentlich nur als kleiner Spaß gedacht war, wurde zum Selbstläufer: Immer mehr User*innen machten es Marie nach und posteten ihre eigenen Brot-Kreationen.

Und das Internet wäre nicht das Internet, wenn die Ergebnisse nicht detailverliebt und kreativ daherkommen würden: Kopftücher aus Champignons, Dalis zerlaufene Uhren aus Mortadella, ein Henri Matisse aus Blaubeeren, die Quadratur des Kreises aus Quark, Michelangelos Die Erschaffung Adams aus Schinken oder Das Mädchen mit dem Perlenohrring, das statt Geschmeide nun Minzbonbons an den Ohren trägt.

Eigentlich nur eine kleine Alberei

Marie, die abwechselnd in Deutschland und Irland lebt, schreibt auf ihrem Blog Read On My Dear, Read On. über Dinge, die ihr durch den Kopf gehen und wurde damit zu Beginn des Jahres sogar mit dem Goldenen Blogger-Award ausgezeichnet. Wie sie auf die Idee zu #KunstGeschichteAlsBrotbelag kam, erklärt sie dort: Jede Woche bekommt sie eine Biokiste mit diversen Obst- und Gemüsesorten geliefert, die im Sommer besonders farbenfroh daherkommt. Und mit dem Hunger kam dann auch die Kreativität. Marie fing an, ihr Brot zu belegen.

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Mit dem Feedback der Internet-Community hatte sie jedoch nicht gerechnet: „Ich bin absolut sprachlos. #KunstGeschichteAlsBrotbelag war vorgestern ja eigentlich nur eine Alberei und Sie alle verwandeln das Internet in ein gigantisches, buntes Brot und auf einmal ist überall Kunst. Großartig und brotartig. Sie alle sind zum Reinbeißen gut!“, schreibt sie auf Twitter. Auf ihrem Blog ergänzt sie: „Natürlich ist das ganze eine kleine Alberei, aber nur albern ist es dann doch nicht, weil es wie ich finde zeigt, dass das Internet nicht nur das passive Konsumieren ist, sondern viele unterschiedliche Menschen zum Mitmachen und Selbermachen inspiriert.“

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