Vor Landtagswahlen in Bayern: Polizei durchsucht Wohnung eines Landtagskandidaten der AfD

Eine Aktion vor der CSU-Zentrale hat ein Nachspiel. Nach ze.tt-Informationen wurden am Freitag sechs Mitglieder der AfD-Jugendorganisation durchsucht, darunter ein Landtagskandidat.

Links zu sehen ist eine Aktion der JA Bayern vor der CSU-Zentrale, bei der Namen auf den Boden gesprüht, Kunstblut verspritzt und Kerzen aufgestellt wurden. Die Staatsanwaltschaft München leitete deshalb Ermittlungen gegen Rafael Hauptmann ein. Er ist Teil des JA-Bayern-Vorstands und Landtagskandidat für die AfD. Fotos: Facebook / JA Bayern / Rafael Hauptmann

Die Häuser mehrerer Personen aus dem Landesvorstand der Jungen Alternative (JA) Bayern wurden heute am frühen Morgen wegen des Vorwurfs der Sachbeschädigung von der Polizei durchsucht. Beschlagnahmt wurden dabei unter anderem Mobiltelefone und Kleidung sowie Spraydosen und Schablonen. Das geht unter anderem aus einem Beschluss zum Ermittlungsverfahren hervor, das ze.tt vorliegt.

Die Staatsanwaltschaft in München bestätigte ze.tt, dass es Hausdurchsuchungen bei insgesamt sechs Personen aus dem JA-Umfeld gab. Darunter ist auch Rafael Hauptmann, stellvertretender Landesvorsitzender der JA Bayern und Landtagskandidat für die AfD in Bayern. Auch ein weiterer stellvertretender Landesvorsitzender wurde durchsucht.

Die Staatsanwaltschaft leitete die Ermittlungen wegen Aktion vor CSU-Zentrale ein

Die CSU habe laut Staatsanwaltschaft keinen Strafantrag gestellt. Die Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung selbstständig eingeleitet, nachdem sie von einer Aktion der JA Bayern vor der Zentrale der CSU am 7. Oktober erfahren habe. Sie gehe davon aus, der Fall liege im öffentlichen Interesse.

Die Mitglieder haben an diesem Tag laut eigener Mitteilung auf der Website der AfD-Jugendorganisation die Namen von 40 Opfern verschiedener Gewaltverbrechen, die sie Menschen mit Migrationshintergrund zuschreiben, vor den Eingangsbereich auf den Boden gesprüht. Zudem verspritzten sie Kunstblut und stellten Kerzen auf.

Ob der Fall Konsequenzen für die Kandidatur Hauptmanns für den Landtag haben wird, ist nicht bekannt.