Warum alleine wohnen millionenfach besser ist als eigentlich alles

Ja, alleine wohnen ist teuer. Ja, wer alleine wohnt, muss sich um alles selbst kümmern. Mehr Nachteile gibt es aber nicht. Hier sind zehn Gründe für das Leben als Einsiedlerkrebs.

Füße hoch, Entspannung! © Klimper.Klimper / photocase.de

1. Der Dreck ist dein eigener

Stell dir vor: Du hast dich erfolgreich von Küche über Flur ins Bad geputzt. Alles blitzblank, du hast dir einen Snack verdient. Und plötzlich steht da dein*e Mitbewohner*in in der Küche und schafft es, nur durch die Zubereitung von Nudeln mit Würstchen (Wer isst so was?) alles wieder einzusauen. Wahrscheinlich ohne bemerkt zu haben, dass es überhaupt mal sauber war.

Wird dir in deiner eigenen Wohnung nicht passieren. Wenn es sauber ist, bleibt es sauber. Und wenn nicht, warst du selbst schuld. Und du darfst ja schließlich in deinen eigenen vier Wänden machen, was du willst.

2. Zieh an, was du willst – oder bleib einfach nackt

Du kennst die Frage, die sich dir jeden Tag stellt: Jogginghose, Unterwäsche des Vortrags oder einfach gar keine Hose? Weg mit den Kleidungszwängen! Kein sozialer Druck reicht in die eigene Wohnung. Möglicherweise solltest du aber überlegen, Vorhänge anzubringen. Es gibt da ja immer noch diese Nachbarschaft gegenüber und um dich herum.

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3. Niemand isst den letzten Joghurt/das letzte Pizzastück/deine Süßigkeiten weg

Wenn du nach einer durchzechten Nacht wieder in deine Wohnung kommst, ist das Stück Pizza, das du vor dem Aufbruch nicht mehr geschafft hast, noch da. Niemand hat es aufgegessen oder weggeschmissen. Du kannst es essen. Wenn du willst, mit ungewaschenen Party-Fingern. Und dann kannst du ein Geschirrtuch als Serviette nehmen. Nobody cares, except you.

4. Du kannst dich deinem Weltenhass hingeben, ohne dass es Opfer gibt

Du hattest einen miesen Tag? Normalerweise würdest du jetzt vielleicht grundlos mit einem geliebten Menschen eine Diskussion vom Zaun brechen oder sie*ihn zumindest durch deine passiv-aggressive Art vergraulen. Sei froh: Du machst aus einem miesen Tag keinen noch mieseren, weil es keine Opfer geben wird, auf die du deine Misanthropie projizieren kannst.

Stattdessen kannst du heulen und jammern, so lange du willst. Vergrab dich in deinem Bett aus Selbstmitleid und während deiner Serie, die du jetzt zum dritten Mal beginnst (na und?), um kalte Dinkelnudeln vom Vortag essen. Bitte, tu es. Tu dir gut und sei dabei so asozial wie du willst.

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5. Niemand kontrolliert die Anzahl deiner Sexualpartner*innen

Okay, es ist nicht dein erstes Tinderdate in diesem Monat, das zu dir nach Hause kommt. Möglicherweise ist es auch nicht dein Letztes. Natürlich sollte das sowieso egal sein und niemanden etwas angehen, wie oft du Sexualpartner*innen empfängst. Aber Mitbewohner*innen müssen ja dennoch nicht alles wissen – auch wenn sie noch so verschwiegen, verständnisvoll, unaufgeregt sind. Wer alleine wohnt, muss sich nur vor sich selbst oder höchstens dem spirituellen Wesen seiner Prägung verantworten. In diesem Sinne: Fröhliches Willst-du-Vorbeikommen allerseits!

6. Koch dein Essen mit so viel Knoblauch und Chili, wie du willst

Du liebst Curry, du liebst Knoblauch, du liebst Chili. Du liebst auch Zwiebeln. Und diesen Käse, der wirklich übel riecht. Du liebst Blumenkohl und auch Linsen und Bohnen – egal was sie während deiner Verdauung tun. Eine Sache liebst du nicht: verzichten. Und bei Essen hört die Toleranz auf. Wenn du dein*e eigene*r Herr*in bist, kannst du alles kochen, essen und verdauen, was du möchtest. Wann du möchtest.

7. Lass die Klotür offen, weil is‘ doch egal

Nein, du musst nicht die Badezimmertür schließen. Warum du darauf verzichten solltest? Weil du’s kannst. Überhaupt: Jeder Mensch hat seine eigene Hygiene. Wenn du nach einem langen Tag mehr Entspannung darin findest, dein Gesicht vor dem Schlafen nicht zu waschen, wird es keine stille Kontrolle durch andere Menschen geben. Es kann auch niemand den Mundgeruch riechen, den du vielleicht bereits produziert hast. Oder andersrum: Niemand wird an die Badezimmertür klopfen, um dich zu stressen. „Wann bist du fertig?“ – eine Frage, die niemand gestellt bekommt, der*die alleine wohnt.

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8. Lebe deinen Wohntraum, auch geschmacklich

Auch, wenn du nicht so genau weißt, was ein Wohntraum eigentlich sein soll. Aber irgendein Einrichtungshaus/Flohmarkt/Trödelladen will dir einen verkaufen und wenn du diesem Wunsch nachgibst, wird dir niemand dämlich reinquatschen. Du weißt, dass es nicht dekorativ wäre, die Worte verschiedener Heißgetränke, die alle einen Espresso als Grundlage haben, in Times New Roman an die Wand zu schreiben. Oder dass eine knallrote Kaffeemaschine doch ein schöner Muntermacher am Morgen sei. Deine Wohnung, keine Kompromisse!

9. Ruhe. Einfach Ruhe. Oder eben deine eigene Musik

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Merkste, ne? Stille. Niemand hat im Nebenzimmer Sex. Niemand zockt viel zu laut irgendein Ballerspiel. Niemand hört am Sonntagmorgen Deephouse, weil er*sie gerade erst nach Hause gekommen und noch so in the mood ist. Andererseits kannst du deine 90er-Playlist so laut hören, wie dein Kiez es zulässt.

10. FREIHEIIIIIT!!!!

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