Warum Braunschweiger Studierende in ein Zirkuszelt umziehen müssen

Wegen Sanierungsarbeiten am Audimax müssen Studierende der TU Braunschweig in ein Zirkuszelt ziehen. Manege frei?

Klemmbretter statt Pulte – zurück aus den Semesterferien erwartete die Studierenden der TU Braunschweig ein rotes Zirkuszelt auf dem Universitätscampus. Wegen der Sanierung des Audimax verlegt die Universität ihren Vorlesungsbetrieb in ein Zelt. Mit rund 36 Metern Durchmesser nimmt das Zelt die gesamte Breite des Rasens vor dem BRICS-Gebäude ein. Das beheizbare und beleuchtete Zelt bietet Platz für rund 800 Studierende. Für die Prüfungen wurden das Eintracht-Stadion sowie die Stadthalle angemietet.

„Der größte Nachteil sind die fehlenden Tische“, sagt Alexander Schulze, Maschinenbau-Student an der TU Braunschweig. Die Studierenden bekommen lediglich Klemmbretter, um sich auf ihnen Notizen während der Vorlesungen zu machen. Vor allem das Tempo einer der Mathe-Vorlesungen macht dem Maschinenbau-Studenten Sorgen. So hätte man bereits im alten Audimax Probleme dabei gehabt, das lückenhafte Skript des Dozenten mit Notizen zu ergänzen, sagt Schulze.

Ab dem Sommersemester 2020 sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein und das Audimax planmäßig wieder nutzbar sein. Das Zelt wurde von einem Festival gemietet und zuvor vom Zirkus Sarrasani für den klassischen Zirkusbetrieb genutzt. Die Vorbereitungen seien abgeschlossen, die Generalprobe bei einer Abendveranstaltung habe tadellos geklappt, sagte eine Sprecherin der TU Braunschweig der Deutschen Presse-Agentur. Mit den im Februar 2019 begonnenen Sanierungsarbeiten am Campus sollen sich mitunter die Hörakustik und Barrierefreiheit verbessern, die Lüftungsanlage erweitert und aktuelle brandschutztechnische Anforderungen umgesetzt werden.

Die Kosten für die Sanierungsmaßnahmen liegen bei 6,7 Millionen Euro. Laut eigenen Angaben der TU Braunschweig trägt sie den Großteil der Kosten selbst. 900.000 Euro steuert das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) bei.