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Warum einige Schauspielerinnen planen, bei den Golden Globes Schwarz zu tragen

Die Schauspielerinnen möchten sich mit den Opfern sexueller Übergriffe in Hollywood solidarisieren. Nicht jede*r findet diese Geste gelungen.

Zufällig auch schon in Schwarz. Meryl Streep Anfang dieses Jahres bei der Verleihung der Golden Globe Awards. ©Kevin Winter, Getty Images

Nach Angaben des Magazins People wollen einige Schauspielerinnen im Januar kommenden Jahres in schwarzer Kleidung bei der Verleihung der Golden Globes erscheinen, darunter Meryl Streep, Emma Stone und Jessica Chastain. Damit wollen sie sich mit Schauspielkolleginnen solidarisieren, die in Hollywood Opfer sexueller Gewalt wurden. Die Golden Globe Awards zählen zu den wichtigsten Preisverleihungen in der Filmbranche. Für Meryl Streep wurde die bloße Behauptung, sie würde diese Geste des stillen Protestes tatsächlich umsetzen, bereits jetzt zum Verhängnis.

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Die ehemalige Charmed-Darstellerin Rose McGowan griff  Streep scharf auf Twitter an. Sie beschuldigte Streep, eine Heuchlerin zu sein. McGowan warf der Kollegin vor, bereits seit Jahrzehnten von Weinsteins Übergriffen gewusst und trotzdem für ihn gearbeitet zu haben. Sie schlug Streep in dem Tweet zynisch vor, sie solle doch anstelle von schwarzer Kleidung in einem Kleid der Modelinie Marchesa auf der Preisverleihung im Januar erscheinen. Es handelt sich dabei um das Label von Harvey Weinsteins Frau Georgina Chapman.

Auch McGowan war eines der Opfer von Weinstein

Den Tweet hat McGowan mittlerweile wieder gelöscht. Sie war eine der Schauspielerinnen, die sich an den Belästigungsvorwürfen gegenüber Harvey Weinstein beteiligt hatten und ihm sexuellen Missbrauch vorwerfen.

In einer Pressemitteilung in der Huffington Post nahm die dreimalige Oscar-Gewinnerin Meryl Streep Stellung zu den Vorwürfen. Sie schrieb, dass es ihr leid tue, dass sie in den neunziger Jahren noch nichts von Weinsteins Taten gewusst habe. Aber sie rief auch dazu auf, nun Solidarität zu zeigen. Sie wies in dem Statement erneut darauf hin, dass es an der Zeit sei, endlich die überkommenen Geschlechterrollen in Hollywood zu überwinden und solidarisch mit den Opfern aufzutreten. Streep schrieb, sie hoffe, dass ihre Kollegin McGowan dieses Statement liest.

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Viel mediale Aufmerksamkeit

Wie viele Schauspieler*innen auf der Preisverleihung im Januar tatsächlich Schwarz tragen werden, wird sich zeigen. Zumindest visuell würde damit ein Zeichen gesetzt inmitten glitzernder, bunter Abendkleider. Die Auseinandersetzung zwischen McGowan und Streep bekam bereits jetzt viel mediale Aufmerksamkeit. Es ist ganz offensichtlich ein Thema, das niemanden kalt lässt.

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