Warum es für die Gamingwelt eine große Sache ist, dass Ninja jetzt auf Mixer streamt

Der Pro-Gamer Richard Tyler Blevins alias Ninja wechselt von der Streamingplattform Twitch zu Mixer. Wir erklären, was das für seine Follower*innen bedeutet.

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Die Gamingszene ist in Aufruhr: Richard Tyler Blevins aka Ninja wechselt von Twitch zu Mixer. Foto: Johannes Eissele / AFP / Collage: ze.tt

Vergangene Woche vollzog der Streamer Richard Tyler Blevins einen bedeutenden Wechsel: Microsoft gab einen Deal mit dem bisherigen Twitch-Streamer bekannt, der nun exklusiv zu Mixer wechselt. Zuvor hatte der 28-Jährige, der im Netz als Ninja bekannt ist, seine Livestreams von Spielen auf der Konkurrenzplattform Twitch gezeigt. Für die Twitch-Community ist das ein Schlag: Ninja war der populärste Streamer der Plattform. Sein Account hatte zuletzt 14 Millionen Follower*innen, von denen ihm beim Spielen in der Spitze bis zu 130.000 zusahen. Seinen Erfolg verdankt er vor allem dem Videospiel Fortnite. 

Was hat Microsoft von Ninja?

Wie viel sich Microsoft den Exklusivdeal mit Ninja hat kosten lassen, ist nicht bekannt. In US-Medien wird spekuliert, dass für den Wechsel von Ninja ein Betrag um die 20 Millionen US-Dollar an den Streamer geflossen sein könnte. Der Deal könnte sich für den Konzern aus Redmond ersten Beobachtungen nach lohnen: So sahen Ninja bei seinem ersten Stream auf Mixer durchschnittlich 65.000 Zuschauer*innen zu. Das sind gute Zahlen für die Streamingplattform.

Microsoft hat Mixer 2016 aufgekauft, es aber in den vergangenen Jahren nicht so recht geschafft, es mit dem großen Konkurrenten Amazon aufzunehmen. Während auf Mixer circa 70.000 Streamer*innen aktiv sind, gibt Amazon an, dass auf Twitch 1,5 Millionen aktive Streamer*innen unterwegs sind. Mit dem Deal erhofft sich Microsoft wohl, dass weitere User*innen zu Mixer umziehen.

Seit dem Wechsel des Streamers auf Mixer konnte Ninjas Profil bereits über 800.000 Abonnent*innen und über fünf Millionen Aufrufe verzeichnen. Die Popularität Ninjas könnte Microsoft künftig noch weiter für sich nutzen: Ninja könnte künftig auch für Videospiele aus dem Hause Microsoft als Werbegesicht zur Verfügung stehen.

Wie verdienen Streamer*innen Geld auf Twitch und Mixer?

Die Möglichkeiten, mit denen sich auf Streamingplattformen Geld verdienen lässt, sind vielfältig. Ähnlich wie bei Netflix können User*innen bei beiden Plattformen ein monatliches Abo abschließen. Die Preise bewegen sich je nach Funktionsumfang zwischen 7,99 Euro und 24,99 Euro im Monat. Von diesen Einnahmen geben Twitch und Mixer Anteile an exklusive Streamer*innen ab.

Außerdem haben Zuschauer*innen die Möglichkeit, ihre favorisierten Streamer*innen durch freiwillig abgegebene Spenden zu unterstützen, bei Mixer etwa durch die virtuelle Währung Spark. Auf beiden Plattformen wird außerdem Werbung geschaltet, die den Streamer*innen zusätzlich Geld in die Kassen spült. Besonders erfolgreiche Gamer*innen werden außerdem von bekannten Marken durch Sponsoring unterstützt. Bei Ninja ist dies derzeit der Getränkehersteller Red Bull. Auf diesen Wegen können Streamer*innen mittlerweile häufig hohe sechsstellige Beträge verdienen.

Ninja soll auf Twitch im Jahr 2018 monatlich mehr als 500.000 Dollar verdient haben. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr so mehr als zehn Millionen Dollar zusammen. Ninja selbst, der nach eigenen Angaben täglich bis zu zwölf Stunden vor der Kamera steht, soll sich nach dem Millionendeal mit Microsoft zunächst eine Auszeit gönnen. Auf YouTube und Twitter soll Ninja weiterhin wie üblich aktiv bleiben.