Warum es wichtig ist, dass der Oscar-Film „Hair Love“ das Haar von Schwarzen Menschen feiert

Bei den Academy Awards stehen zumeist die Schauspiel- und Regie-Oscars im Vordergrund. Doch bei der diesjährigen Verleihung hat ein animierter Kurzfilm ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit bekommen.

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Szene aus Hair Love. Filmstill: © Sony Pictures Animation

Hair Love ist die Geschichte der kleinen Zuri und ihres Vaters. Zuri träumt davon, ihre üppige Haarpracht in eine Frisur aus Zöpfen zu legen – ihr Vater eilt zu Hilfe. Zunächst etwas überfordert von Zuris natürlichem Haar, gelingt es ihm schließlich mit Hilfe des Videos einer Vloggerin, Zuri zu ihrer Traumfrisur zu verhelfen. Mit etwas Geduld und „a lot of love“ klappt es schon, heißt es im Film.

Diese filmische Botschaft wurde bei den Academy Awards mit einem Oscar in der Kategorie „Bester animierter Kurzfilm“ ausgezeichnet. Der Film startete als Kickstarter-Projekt und wurde schließlich von dem großen Filmstudio Sony in den Verleih aufgenommen. Hair-Love-Produzent Matthew H. Cherry erklärte, er wollte mit dem Film das negative Image Schwarzer Väter aufbrechen: „Schwarze Väter kriegen die schlimmste Kritik im Zusammenhang mit Stereotypen ab – wir seien Faulpelze, nie anwesend. Aber die Leute, die ich kenne, sind total involviert im Leben ihrer Kinder.“

Und auch die Liebe zu natürlichem Haar feierte das Team nicht nur im Film, sondern auch im Rahmen der Oscarverleihung: Die Produzent*innen hatten einen afroamerikanischen Schüler aus Texas zur Verleihung eingeladen. DeAndre Arnold hatte nicht an seiner High-School-Abschlussveranstaltung teilnehmen dürfen, da seine Dreadlocks nicht den Regeln entsprachen – das Haar von Männern darf nicht länger sein als ein T-Shirt-Kragen.

Cherry verwies in seiner Dankesrede auf den sogenannten Crown Act in Kalifornien. Ein Gesetz, welches die Diskriminierung aufgrund von natürlichen Frisuren verbietet. Mit „natürlichem Haar“ (natural hair) wird nicht chemisch behandeltes Schwarzes Haar bezeichnet. „Repräsentation ist so unfassbar wichtig“, ergänzte Hair-Love-Teammitglied Karen Rupert Toliver auf der Bühne, vor allem bei Animationsfilmen: „Denn das sind die ersten Filme, die wir sehen, sie prägen die Art und Weise, wie wir über die Welt und unser Leben nachdenken.“

Und hier könnt ihr euch den sechsminütigen Film anschauen:


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