Warum Oatly-Fans den Haferdrinkkonzern boykottieren

Die Investmentgesellschaft Blackstone Group hat Mitte Juli in Oatly investiert. Backstone begünstigt, was das schwedische Hafermilchunternehmen eigentlich verhindern will – zum Beispiel Umweltzerstörung.

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Neuerdings mit fadem Beigeschmack. Foto: Madalyn Cox / Unsplash | CC0

Vor 30 Jahren klein gestartet, ist das schwedische Unternehmen Oatly mittlerweile zu einem der größten Haferdrinkproduzenten der Welt gewachsen. Für viele Veganer*innen, aber auch Flexitarier*innen lieferte nicht zuletzt die Barista-„Milch“ eine gute und vor allem nachhaltige Alternative zur Kuhmilch. Doch jetzt rufen Fans der Marke zum Boykott des Herstellers auf. Denn Mitte Juli investierte die Blackstone Group, eine der größten Investmentfirmen weltweit, ingesamt 200 Millionen US-Dollar in Oatly. Das Problematische daran: Durch ihre anderen Investitionen schadet die US-amerikanische Investmentgesellschaft der Umwelt und ihr CEO unterstützt US-Präsident Donald Trump durch großzügige Spenden.

Wie passen Nachhaltigkeit und Regenwaldzerstörung zusammen?

„Ich glaube daran, dass Kapital grün werden muss“, wurde Oatlys CEO Toni Petersson nach dem Deal in der offiziellen Pressemitteilung zitiert. Er verkaufte die Partner*innenschaft als Meilenstein hin zu einem nachhaltigeren Leben: „Wir haben uns dafür entschieden, mit Blackstone Growth zu kooperieren, weil sie über unglaubliche Ressourcen und einzigartige Reichweite verfügen.“ Von Waldbränden und Trump-unterstützenden Maßnahmen war nicht die Rede.

Dabei ist die Blackstone Group Anteilhaber einer Firma, die die Infrastruktur in Brasilien ausbaut und damit für die massiven Regenwaldrodungen im Amazonasgebiet verantwortlich ist, wie The Intercept vergangenes Jahr berichtete. Diese Abholzungen zerstören nicht nur Ökosysteme, sondern begünstigten auch die verheerenden Waldbrände.

Während sich Oatly immer wieder als besonders klimafreundlich positioniert und sogar eine Petition für eine CO2-Kennzeichnung von Lebensmitteln gestartet hat, steht die Kooperation mit der Blackstone Group dazu im Widerspruch – schließlich ist unter anderem das Geld dieser Investmentgesellschaft dafür verantwortlich, dass überhaupt wichtige CO2-Speicher wie der Regenwald verschwinden.

Darüber hinaus hat Stephen Schwarzman, der CEO der Blackstone Group, kürzlich drei Millionen US-Dollar an Trumps Lobbygruppe America First Action gespendet, wie CNBC berichtet. Er sei ein enger Vertrauter des Präsidenten seit seiner Vereidigung, heißt es. Die Lobbygruppe setzt sich laut Eigenbeschreibung dafür ein, ein Amerika zu schaffen, in dem Wohlstand, Sicherheit und Stärke regieren.

Oatly-Fans fordern Klarheit

In den sozialen Netzwerken schrieben zahlreiche Nutzer*innen das Unternehmen an und verlangten eine Erklärung. Oatly reagierte darauf immer mit ähnlichen Antworten, wie bei diesem*r Twitter-User*in:

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So heißt es von Oatly nur: „Wir verstehen, dass unsere Partnerschaft mit Blackstone eine unerwartete Entscheidung ist, aber durch diese Zusammenarbeit sind wir in der Lage, einen führenden Kapitalgeber dazu zu bringen, in Nachhaltigkeit zu investieren und seine Ziele und Werte unseren eigenen anzupassen, was unserer Ansicht nach ein großer Schritt nach vorne ist.“ Außerdem, so das schwedische Unternehmen, fließe das Kapital so in etwas Nachhaltiges, statt in ein kommerzielles Investment, was die Investitionen der Blackstone Group grüner mache.

Für viele Oatly-Fans schwindet damit das letzte Vertrauen in die Marke. Bereits 2016 stand sie in der Kritik, als der chinesische Staatskonzern China Resources einen Teil des Unternehmens übernahm. Schließlich ist China der größte CO2-Emittent der Welt und die Volksrepublik verletzt regelmäßig Freiheits- und Menschenrechte. Auch hier deklarierte Oatly den Verkauf als Möglichkeit, dort einen nachhaltigeren Lebensstil zu fördern.

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