Warum sich dieser Fluss in Zürich plötzlich knallgrün färbte

Klimaaktivist*innen der Gruppe Extinction Rebellion haben die Limmat in Zürich grün gefärbt, um auf den drohenden Kollaps des Ökosystems aufmerksam zu machen. Die Aktion könnte sie aber noch teuer zu stehen kommen. 

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Die Limmat in Zürich: sieht nicht gerade einladend aus. Foto: Facebook / Extinction Rebellion Zürich

Am Dienstmittag zeigte sich der Fluss Limmat in der Zürcher Altstadt in ungewohnter Farbe: zwischen Münster- und Rathausbrücke leuchtete er plötzlich in grellem Grün. Die Stadtpolizei Zürich und die Wasserschutzpolizei nahmen Ermittlungen auf, um der Ursache für die Verfärbung auf den Grund zu gehen.

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Klimaaktivist*innen der Gruppe Extinction Rebellion (XR) bekannten sich am Nachmittag in einem Facebook-Beitrag zu der Farbaktion. „Damit will XR auf den drohenden Kollaps des Ökosystems und das toxische System, in dem wir uns befinden, aufmerksam machen“, hieß es darin.


Extinction Rebellion ist ein in London gegründetes internationales Netzwerk aus Aktivist*innen, die sich für radikalen Klimaschutz einsetzen – auch mit Mitteln des zivilen Ungehorsams. Seit einigen Monaten sind sie auch in der Schweiz aktiv. Am Montag hatten sich einige von ihnen vor dem Bundeshaus in Bern an einen symbolisch brennenden Baum gekettet.

Die Aktivist*innen müssen eventuell den Polizeieinsatz bezahlen

Auf Facebook erklärten die Aktivist*innen außerdem, das Wasser mit dem Farbstoff Uranin gefärbt zu haben, eine chemische Substanz, die als ökologisch und gesundheitlich unbedenklich gilt. Den Beweis lieferten sie gleich mit: Dreißig von ihnen ließen sich im Wasser auf dem Rücken und mit geschlossenen Augen flussabwärts treiben. In einer Mitteilung bestätigte die Stadtpolizei, dass die Substanz für Mensch und Umwelt tatsächlich ungefährlich sei.

Dennoch meldeten Schweizer Medien, die Fachgruppe Umweltdelikte der Wasserschutzpolizei in Zürich habe Ermittlungen aufgenommen. Dabei handle es sich um sogenannte Widerhandlungen gegen das Gewässerschutzgesetz. Zudem prüfe die Stadtpolizei Zürich, ob der Polizeieinsatz den bisher unbekannten Verantwortlichen in Rechnung gestellt werden könne.