So beschreibt ihr eure Familie in einem Satz

Das Tollste der Welt oder Grund für Einsamkeit und Verzweiflung – Familie bedeutet für jeden Menschen etwas anderes. Wir wollten von unseren Leser*innen wissen, was sie über Familie denken.

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Für viele hat Familie etwas mit Geborgenheit zu tun – aber nicht für alle gehört nur die Verwandtschaft zur Familie. Illustration: Elif Kücük / ze.tt

Sucht man auf Stockbilderportalen nach dem Schlagwort „Familie“, ergießt sich auf der Ergebnisseite eine Flut an Fotos fröhlich in die Kamera grinsender Menschen. Die Personenkonstellation ist fast überall die gleiche: Vater, Mutter, ein oder zwei Kinder – alle sehr, wirklich sehr gut gelaunt. Die Realität sieht längst diverser aus. Seit 2014 besteht beispielsweise für gleichgeschlechtliche Paare die Möglichkeit, Kinder zu adoptieren.

Aber davon abgesehen: Wer sagt eigentlich, dass Familie etwas mit Verwandtschaft zu tun haben muss? Und warum gibt es keine traurigen Familienbilder, obwohl sich die größten zwischenmenschlichen Dramen doch gerade im Familienkontext abspielen? Längst nicht alle Menschen finden in dem Kreise derer, mit denen sie verwandt sind, ihr Zuhause, sondern suchen und schaffen sich neue Familienkonstruktionen.

Wir wollten von unseren Leser*innen wissen, was Familie für sie bedeutet. Die Antworten lassen sich überwiegend in drei Kategorien aufteilen: Familie ist super, Familie ist schrecklich – und überhaupt suche ich selbst aus, wer oder was meine Familie ist.

1. Familie ist ’ne tolle Sache

„Familie bedeutet für mich, sich auf den Keks gehen zu können, ohne dass sich an der Grundbeziehung etwas ändert.“

„Familie bedeutet, mich nicht erklären zu müssen. Man kennt sich so gut, dass nur ein Wort reicht, um zu wissen, ob es ein Notfall ist oder ein Scherz.“

„Familie ist Zusammenhalt und bedingungslose Liebe.“

„Familie bedeutet fliegen zu können, wie und wohin man will, mit einem Seil, das einen immer hält, wenn es nötig ist.“

„Eigentlich sich so zeigen zu können, wie man eben ist.“

2. Familie? Naja

„Nicht geliebt werden, nicht verstanden werden, Einsamkeit, Verzweiflung, Demütigung, Entwürdigung, Gewalt.“

„Das Gefühl, nicht gut genug zu sein.“

„Familie ist für mich der Druck, dazugehören zu müssen, obwohl man eigentlich nichts gemeinsam hat.“

„Familie bedeutet für mich vor allem Emanzipation.“

„Finanzieller Support, aber kein emotionaler.“

„Ein Wort: Stress.“

3. Meine Familie suche ich mir selbst aus

„Familie bedeutet für mich, dass das Gefühl von Familie nicht davon abhängt, ob das Blut verwandt ist.“

„Familie sind die Menschen, bei denen man sich fallen lassen kann. Das sind nicht Blutsbande oder geteilte Gene, sondern Emotionen, Liebe, Vertrauen. Familie kann alles sein. Die biologischen Verwandten, die Freunde, die Partner … Familie ist, wo man sich zu Hause fühlt.“

„Meine Familie ist mein Hund.“

„Familie muss nicht zwangsläufig Verwandtschaft sein, Verwandtschaft muss nicht zwangsläufig Familie sein.“

„Kannste dir biologisch nicht aussuchen, aber auf emotionaler Ebene selber bauen.“

„Ich selber bin meine Familie, und einige wenige, die ich zulasse.“

Zuletzt wollen wir euch die wohl ehrlichste Antwort nicht vorenthalten, auch wenn wir nicht wussten, in welche der Kategorien sie fällt: „Einen halben Tag lang einkaufen und ein ganzes Wochenende kochen.“