Was du beim Sex am Strand unbedingt beachten musst

Sommerzeit ist die Zeit des Freiluftverkehrs! Vor allem Sex am Strand im Urlaub erfreut sich großer Beliebtheit. Nur leider ist er nicht nur ungemütlich, sondern auch verboten.

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Sex am Strand klingt nach Spaß, ist aber auch eine Herausforderung. Foto: Toa Heftiba / Unsplash | CC0

Pinkflammender Sonnenuntergang, sanftsäuselndes Meeresrauschen, zarte Brise, warme und vor allem nackte Haut … Kein Wunder, dass Hormone im Urlaub am Strand auf Hochtouren laufen. Ein Viertel aller Männer und 18 Prozent aller Frauen hatten laut einer Umfrage schon mal Sex am Strand; laut einer Playboy-Umfrage wünschen sich das zwei Drittel der Frauen und mehr als die Hälfte der Männer. Keine Frage: Sex am Strand gehört zu den beliebtesten Erotikfantasien.

Warum das so ist, erklärt die Sexexpertin Yella Cremer: „Was verboten ist, macht oft besonders viel Spaß. Auch die Spannung, erwischt oder beobachtet zu werden, ist für manche ein Extra-Kick. Naturliebhaber schätzen außerdem die Nähe zum Meer, den ungehinderten Blick auf die Sterne und den frischen Wind.“ Im Urlaub seien viele Menschen auch grundsätzlich entspannter und offener für kleine Abenteuer, weil sie was erleben wollen und einfach den Kopf frei haben.

Doch Kopf, Erotik und Romantik sind das Eine – die Realität ist das Andere. „Prinzipiell ist Urlaub eine herrliche Zeit, sich wieder mehr auf sein Gegenüber einzulassen. Eine zu hohe Erwartungshaltung bremst jedoch die besten Vorsätze rasch wieder aus“, gibt die Sexualberaterin Petra Steiner zu bedenken. Und das gilt besonders für Sex am Strand.

Sand, überall Sand

Diejenigen, die Sex am Strand tatsächlich schon mal ausprobiert haben, sind längst nicht immer begeistert. „Eine Klientin sagte zu diesem Thema: ‚Die Wirklichkeit schaut anders aus als die Vorstellung'“, so Petra Steiner. Viele Menschen hätten demnach eine arg idealisierte Version von Sex am Strand im Kopf.

Denn nackte Körper, die feucht, verschwitzt und leidenschaftlich am Strand herum rollen, rollen nämlich vor allem im Sand. Und muten dann nicht nur an wie kopulierende Christstollen – der Sand gelangt auch an Orte, an denen er definitiv nichts zu suchen hat und sogar wehtun kann. „Salz und Sand im Intimbereich können zu einem raschen Libidoabbruch führen“, sagt Petra Steiner.

Sand rieselt beim Sex am Strand so gut wie an jede Stelle – und je feiner, desto lästiger. Das bestätigt auch Yella Cremer: „Während Sand sich tagsüber zwischen den Zehen noch nach Urlaub anfühlt, ist er an den empfindlichen Schleimhäuten ein echter Reibungswiderstand und Spielverderber.“

Von Kälte, Insekten und Zuschauer*innen ganz zu schweigen. „Was die einen schätzen, ist für andere der Nachteil: Das Meer ist zu laut, der Sand überall und es gibt keine geschützte Privatsphäre“, sagt Yella Cremer. „Kommen dann noch Krabbeltiere dazu, hört der Spaß für sie ganz auf.“ Es kommt also stark darauf an, worauf jemand steht und wo und womit er*sie sich wohl fühlt.

Wer unbedingt Sex am Strand haben will, sollte sich vor allem auf keinen Fall dabei erwischen lassen. Denn das kann Folgen haben, die weit über ein Popo-Peeling hinausgehen.

Harte Strafen

Koitus zwischen Muscheln und Brandung ist nahezu überall auf der Welt tabu – auch in Deutschland. „Rechtlich gesehen ist von Sex am Strand definitiv abzuraten. Sex in der Öffentlichkeit fällt in die Kategorie Erregung öffentlichen Ärgernisses und wird in vielen Ländern mitunter sogar mit Haftstrafen geahndet. Hier ist also wirklich Vorsicht geboten“, warnt Petra Steiner.

In Spanien können zum Beispiel bis zu 75.000 Euro Geldstrafe fällig werden, in Griechenland und Italien drohen bis zu zwei, in Dänemark bis zu vier Jahre Gefängnis. In Malaysia können es sogar bis zu 20 Jahre Knast plus Prügelstrafe sein. Und das ist keine Nummer der Welt wert.

Für Ärger mit dem Gesetz muss es noch nicht mal richtiger Sex sein. Yella Cremer: „In manchen Ländern löst sogar heftiges Knutschen schon ein Stirnrunzeln aus und die Strafen für Verstöße können empfindlich sein.“

Wer’s genau wissen und auf Nummer sicher gehen will, kann sich über die Webseite des Auswärtigen Amtes oder das jeweilige Konsulat über das angepeilte Reiseland informieren.

So klappt der Sex am Strand

Immer noch nicht von der Idee abzubringen? Okay, na gut, aber dann sind ein paar wichtige Dinge zu beachten.

Insbesondere ist – und das widerspricht dem erotischen Gedanken von spontaner, unbezähmbarer Leidenschaft – Planung essenziell. „Am besten schon tagsüber nach einem Fleckchen Ausschau halten, das etwas geschützter liegt und wo man Spaziergänger schon aus einiger Entfernung sieht oder hört“, rät Yella Cremer. „Manchmal gibt es ein paar Dünen mit kleinen Mulden in Strandnähe oder Sträucher und Bäume, die zusätzlichen Schutz bieten.“ Wer dann auch noch bis zum Einbruch der Dunkelheit warten könne, sei klar im Vorteil.

Außerdem sollte der Alkoholpegel laut Yella Cremer möglichst niedrig bleiben: „Um genügend Aufmerksamkeit für sich, den Partner, ein Kondom und die Umgebung zu haben und gegebenenfalls die Rückfahrt im Auto zu ermöglichen.“

Gegen Sand und Salz in Schrittnähe hilft, ganz simpel, eine ausreichend große Decke einzupacken. „Sie ist auch nützlich zum Zudecken und schützt vor Blicken“, so Cremer. Zudem sind natürlich Stellungen sinnvoll, bei denen der Genitalbereich möglichst wenig Bodenkontakt hat.

Der Stöhn-, Grunz-, Seufz- und Kreischpegel ist bei Sex am Strand möglichst niedrig zu halten, versteht sich. Ach, und falls jemand mit dem Gedanken spielt, direkt im Meer zu vögeln: Dem Kondom gefällt das nicht. Im Zweifel geht auch einfach ein bisschen Knutschen und Fummeln am Strand und dann alles andere im Hotelzimmer.

Was steckt hinter der Strandlust?

Spannender als der Geschlechtsverkehr am Meeresrand selbst könnte allerdings zum Beispiel die Frage sein, welche Bedürfnisse und Sehnsüchte sich eigentlich wirklich hinter dieser erotischen Fantasie verbergen. Dann können sie entweder etwas weniger riskant und reibungsvoll umgesetzt oder sogar aus dem Urlaub in den Alltag verlängert werden.

„Ist der Wunsch wirklich nur Strand, Meer, freier Himmel? Dann tut es vielleicht auch ein gemietetes Boot in einer kleinen Bucht“, erklärt Sexualpädagogin Steiner. „Geht es um den ‚Wir könnten erwischt werden‘-Kick? Dann findet sich vielleicht eine verschließbare Strandkabine, die nicht ganz so öffentlich ist.“

Falls tatsächlich die Lust am Gesehenwerden dahinter stecke, empfehle sich laut Steiner ein Ort, an dem man auf Gleichgesinnte treffe: „Da stößt man niemanden vor den Kopf, sondern das Interesse beruht auf Gegenseitigkeit.“

Letztlich zählt für Paare im Urlaub ja aber nicht nur der Sex – am Strand oder anderswo. „Das Wichtigste ist, sich körperlich nahe zu kommen, wieder zu kuscheln, sich zu spüren“, so Steiner. „Intimität schafft Nähe, die wir mit nach Hause nehmen und weiter ausbauen können.“

Also, es ist voll okay, Sex on the Beach nur als Cocktail zu mögen. Es ist aber auch genauso okay, Sex am Strand superheiß zu finden. Solange ihr alles, was ihr treibt, einvernehmlich und rücksichtsvoll tut, euch genau überlegt, wo ihr zur Sache kommt – und euch vor allem auf gar keinen Fall erwischen lasst.

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