Was du jetzt tun kannst, um den Hambacher Forst zu schützen

Du bist gegen die Abholzung des Hambacher Forsts und hast keine Lust, noch länger auf den Kohleausstieg zu warten? Mit diesen fünf Tipps kannst du dich dafür einsetzen.

Police To Evict Protesters In Hambach Forest Coal Mine Standoff

Wessen Wald? Aktivist im Hambacher Forst Foto: © Michael Gottschalk/Getty Images

Der Hambacher Forst ist plötzlich in aller Munde. Nicht zuletzt dank der sozialen Medien, die es heutzutage jeder*jedem ermöglichen, auf ganz einfache Art und Weise Teil einer gesellschaftlichen Bewegung zu werden. Oder zumindest scheinbar. Denn während Tausende von Facebook-User*innen fleißig Bilder über den Hambacher Forst teilen, ist es mit dem Wald vermutlich bald vorbei. Der Energiekonzern RWE ist kurz davor, ab Mitte Oktober den letzten noch verbleibenden Teil des letzten großen Mischwalds Mitteleuropas zu roden, um an die Braunkohle zu kommen, die sich unter den Wurzeln der teils 350 Jahre alten Bäume befindet. Dafür wird nicht nur in Kauf genommen, den für uns lebensnotwendigen Wald zu zerstören, sondern auch vom Aussterben bedrohten Tierarten, wie etwa der Bechsteinfledermaus, ihren Lebensraum zu nehmen.

Deswegen sollten und können wir alle noch viel mehr tun, als lediglich ein Bild zu teilen. Welche Maßnahmen du jetzt ergreifen kannst, um dich aktiv für den Hambacher Forst einzusetzen, erfährst du hier:

1. Wechsle deinen Stromanbieter

Das wohl Offensichtlichste zuerst: Wechsle deinen Stromanbieter, wenn du noch immer Strom von einem Großkonzern beziehst. Womöglich von RWE selbst? Sollte dir dein Haushaltsstrom bis dato egal gewesen sein, ist es allerspätestens jetzt höchste Zeit, dies zu ändern. Auch andere Konzerne wie zum Beispiel Vattenfall begehen große Umweltsünden, um die Energie für Millionen von Haushalten weiterhin zu liefern – ohne etwas am eigenen Geschäftsmodell ändern zu müssen. Auf der sicheren Seite bist du eigentlich nur, wenn du dir einen 100% Ökostrom-Anbieter suchst. Hier geht’s direkt zur Kündigungsvorlage von RWE! Schaue am besten bei dir in der Region, welche Anbieter*innen es gibt, die wirklich 100% Ökostrom liefern und nicht doch noch irgendwie mit Braunkohlelieferungen verbandelt sind.

2. Unterschreibe Online-Petitionen

Klar, es ist einer der kleinsten Schritte, die du tun kannst. Aber immerhin schon mehr, als nur ein Bild zu teilen oder ein trauriges Smiley unter einem #hambibleibt Post zu hinterlassen. Diese Petition von Greenpeace benötigt aktuell noch ein paar Unterschriften, um die Forderungen einzureichen: Hambacher Wald: Retten statt Roden

3. Geh‘ auf die Straße

Wenn sich in den letzten Tagen eines gezeigt hat, dann, dass wir noch viel lauter werden müssen, um unsere Forderungen nach einer lebenswerten Gesellschaft deutlich zu machen. Egal bei welchem Thema! Derzeit werden einige Kundgebungen und Proteste gegen die Rodung des Hambacher Forsts initiiert. Selbst, wenn du nicht direkt vor Ort sein kannst – und das kann immer sein – kannst du aktiv Freund*innen und Familie darauf aufmerksam machen und so viele Menschen wie möglich mobilisieren, um deutlich zu zeigen, dass es zahlreiche Menschen gibt, die mit der Vorgehensweise nicht einverstanden sind.

Hier einige wichtige Veranstaltungen in den kommenden Tagen:

27.09. Kohleausstieg sofort – Hambacher Forst bleibt bei Hamburg

28.09. Mobi-Vortrag im Kallasch in Berlin

06.10. Wald retten! Kohle stoppen! in Buir und direkt im Hambacher Forst

4. Initiativen aktiv unterstützen

Du findest gerade nicht die Zeit, selbst mehr zu machen? Dann wende dich an die, die schon aktiv sind. Es gibt bereits etliche Vereine und Initiativen, die sich gegen die Rodung des Hambacher Forsts einsetzen und immer Unterstützung benötigen, um ihre Arbeit in dem Rahmen fortzuführen. Sei es mit Geld, Bekanntheit oder wirklich aktivem Zutun in Form von Anwesenheit.

5. Der Hambacher Forst ist nur der Anfang

Wenn man etwas Positives aus solchen Ereignissen ziehen kann, dann die Gewissheit, dass mit der medialen Aufmerksamkeit auf einmal Themen akut werden, die sonst eher unsexy in der Seitenspalte verschwinden. Nutzen wir diese Energie! Es ist nicht nur die RWE AG, die uns Lebensqualität nimmt. Es gibt noch so viel mehr Großkonzerne, die immer mehr Erde und Rohstoffe beanspruchen. Oftmals im Stillen, sodass wir als Verbraucher*innen dies gar nicht bemerken. Wir können anfangen darüber nachzudenken, was wir kaufen, wen wir unterstützen. Wo unser Geld und unsere Energie hinfließen. Du hast den Stromanbieter bereits gewechselt? Super! Woher kommt dein Gas? Welche Lebensmittel kaufst du? Wer hat deine Kleidung gemacht?

Zu viel auf einmal? Auch okay. Suche dir eine Sache, auf die du dich die nächsten Wochen konzentrieren möchtest und ändere dort wirklich aktiv etwas. Du musst nicht alles auf einmal tun. Hauptsache, du tust etwas. Und fängst du erst einmal an, kommt der Rest früher oder später von ganz allein. Happy acitivism!


Von Jana Braumüller auf Not Another Woman Mag.

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